Google+ 33rpmPVC: Peppone mit neuem Album "Ohne Grund" // VÖ: 16.12.2016 (Bördebehörde Tonträger)

17.12.2016

Peppone mit neuem Album "Ohne Grund" // VÖ: 16.12.2016 (Bördebehörde Tonträger)



Wo ist Don Camillo? Peppone sind jedenfalls schon da. Und das mit neuem Album und nicht ohne Grund. Denn exakt so heißt der Longplayer der Magdeburger Beatboxpunkrocker (kreative Eigenbenennung), der auch als limitierte LP (300 Exemplare auf weißem Vinyl, extra für Vinyl gemastert) erschienen ist. Randvoll mit Dingen, die niemand wirklich braucht, aber das Herz eines Vinylsammlers zur freudigen Erregung bringt. Aus dem Inhalt: Einleger, 3 Postkarten, Download-Code, Aufkleber und Bierdeckel. Und zu guter letzt eben auch einer weißen Vinylscheibe mit jeder Menge toller Songs, die sich ins nunmehr seit 1-2 Jahren andauernden "Postpunkindeutsch"-Revival gut einfügt. Seit Dr. Avalanche, der Beatbox der Sister Of Mercy und beispielsweise auch von Joy Division (auf "Isolation"), bin ich durchaus Fan von gut getakteten Drumcomputern. Bei Peppone ist die Programmierung achtbar gelungen und tut ihren Job, auch wenn ich vermute, dass das Modell ein neueres sein wird, als die gute, alte Boss DR 55 im oben genannten Fall...

Das war der Exkurs zur Beatbox - jetzt gehts zum Punk. Oder dem eigentlichen Sound der Band. Denn der ist handgemacht, einfallsreich und richtig gut. Wer das übrigens oben mit Don Camillo nicht verstanden hat, dürfte die 30 vermutlich noch nicht überschritten haben und vermutlich nicht sofort merken, das man musikalisch schon ein wenig in die frühen 80er gebeamt wird. Und wenn ich das schreibe, meine ich das durchaus als Qualitätsmerkmal. Eine gewisse Affinität zu vertrackten Texten sollte man schon haben, um der Lyrik der Peppones zu folgen. Nicht eingängig, eher eindringlich werden hier (zumindest für mich) Assoziationen zu den Düsseldorfer Fehlfarben geweckt. Umso zügiger erschließt sich einem der tolle Sound. Die einzelnen Titel werden schnell zu echten Ohrwürmern. Fett unterstrichen vom treibenden, so gewollt monotonem Postpunk-Basslauf und melodisch aufbereitet durch das klare und eindeutige, aber gar nicht un­prä­ten­ti­öse Gitarrenspiel. Wer auf der Suche nach musikalischen Innovationen ist, dürfte bei Peppone falsch sein. Wer aber genau auf diese Art Musik steht und entweder bereits mit Joy Division, The Fall, Fehlfarben, Wire was anfangen konnte oder neuzeitlicher mit Karies, Messer, Die Nerven, wird hier allerbestens bedient. In der Riege der letztgenannten, können Peppone locker mithalten...

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