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14.07.2017

Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen - It's OK To Love DLDGG


Ich weiß nicht genau, was mir besser gefällt - "Rüttel am Käfig" oder "Ampeln auf Gelb"? 
Eine wirklich gute Frage, die DLDGG im Opener ihres neuen Opus da sich selbst oder dem geneigten Hörer ans Herz legen. Eine Grundsatzfrage? Vielleicht! Besser wird die Ausgangslage zur Beantwortung mit dem nun gerade erschienenen Album "It's Ok To Love DLDGG" auch nicht gerade. Reiht es sich doch nahtlos ein, in die ohnehin schon auf Höchstniveau eingespielten drei vorangegangenen Werke. Nicht wirklich einfach, sich für eins von den Vieren als DAS Lieblingsalbum zu entscheiden. Bleibt nur alle zu kaufen, alle hören und zwar oft...

Nun sind mir aber schon beim Erscheinen des letzten Albums "Rüttel Mal Am Käfig, Die Affen Sollen Was Machen", viele Stimmen, obwohl der Band grundsätzlich durchaus zugeneigt, ans Ohr gedrungen, die die Platte zwar gut fanden, aber nicht mehr so gut wie die vorherige. "Nichts aufregend Neues", "Die anderen Platten hatten mehr Hits", und so weiter. Und es steht zu vermuten, dass ein ähnlicher Tenor nun wieder erschallt. Gut, ein neuer Musikstil wurde weder zuletzt, noch jetzt erfunden. Aber will man das? Stimmt die Kritik, die eh nur subjektiv sein kann, überhaupt? Meiner bescheidenen Meinung nach - überhaupt nicht! "Rüttel mal am Käfig..." war ein ebenso durchgängig gutes Album voller guter Songs, bei dem für mich keiner davon in irgendeiner Form schlechter oder langweiliger war, als bei den beiden Erstlingen. Und nachdem ich mir "It's Ok To Love DLDGG" nun heute bereits zum vierten mal nacheinander angehört habe, gilt das hierfür ebenso. Denn musikalisch ist diese Band ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Natürlich braucht es bei neuen Alben altbekannter Helden immer etwas Zeit, sich an die neuen Songs zu gewöhnen. Zu stark verinnerlicht sind oftmals die Stücke der Vorgänger. Fast allesamt mittlerweile Klassiker. Potential ebensolche zu werden, ist auf "It's Ok To Love DLDGG" aber reichlich vorhanden. Und das mit - ich zitiere - "Vintage Sound, jetzt noch moderner". Womit der berühmte Nagel auf den Kopf getroffen wäre...


Die ja schon immer mit immensen Wortwitz versehenen Texte, sind eingepackt in immerzu groovenden Hamburg-Soul. "Floater und Pounder" die im Gegensatz zur Vorgängerband Superpunk, meines Erachtens mittlerweile nahezu völlig vom Punk befreit sind. Man spürt naturgemäß in vielen Songs die Einflüsse aus Detroit und Memphis, aber auch viele Reminiszenzen und Verweise an die musikalische Mod-Tradition aus R&B und British Invasion. Gleich beim Titelstück musste ich an Brian Auger's Trinity und die Nummer "Black Cat" denken, wofür vermutlich die Hammond B3 verantwortlich ist. Der "Song für Eis Gerd" geht im Prinzip als Pub Rock-Nummer durch. Und wenn "Die Welt braucht mehr Leute so wie dich" nicht nach "David Watts" von den Kinks (bzw. dem Cover von The Jam) klingt, dann weiß ich's nicht. Vielfach klingen für mich auch die souligen Seiten von 60s-Bands wie The Action, The Creation oder den Small Faces durch. Der Durchlauf der Songs ist stimmig und macht beim Ende des letzten Songs gleich wieder Lust, die Nadel nach vorne zu skippen. Reichlich illustre Gäste im Chor, wie Bernd Begemann oder Andreas Dorau runden das eindrucksvolle Bild ab...

Nun ist Detailverliebtheit gerade bei Mods ja schon Legende und so verwundert einen das Gesamtpacket der Limited Edition-Vinylausgabe nicht. Im Gatefoldsleeve steckt nicht nur das neue Album, sondern auch eine zweite Scheibe mit einem soundtechnisch ausgereiften Liveauftritt aus dem Hamburger Hafenklang im Mai 2016. Beide Vinyls sind auch noch als CD dabei, die ebenfalls optisch "auf Schallplatte getrimmt" sind. Komplettiert wird das Rundumsorglos-Packet mit einer signierten Autogrammkarte und einem Patch, welcher sich auf jedem Parka gut machen würde, bei Sammlern aber wohl eher das Sleeve nicht verlassen wird. Das Tapete-Chef Gunther Buskies am Keyboard der Band steht, ist sicher kein Nachteil bei der Erfüllung gewisser Gestaltungswünsche. Natürlich gibt es auch das einfache Vinyl und die CD ohne die Bonusscheibe und das ganze Gedöns. Aber auch im gesetzten Alter darf man sich doch wohl noch über das ein oder andere Kinkerlitzchen freuen...

Ein weiterer Faktor für den Erwerb des Doppelvinyls ist natürlich die bislang unveröffentlichte Live-LP vom Konzert im Hamburger Hafenklang vom Mai letzten Jahres. Klanglich einwandfrei hat man an vielen Stellen das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein. Natürlich, und das ist das große Plus der Live-Scheibe, mit allen Ansagen zwischen den einzelnen Titeln. Krönender Abschluß bildet das mit über 10 Minuten schon Event-Charakter annehmende "Alleine auf Parties". Eine interaktive Orgie der guten Laune, die auch Trini Lopez nicht besser hinbekommen hätte. Noch besser als die Live-Platte, ist es selbst dabei zu sein und dazu gibt es wieder reichlich Gelegenheit, denn Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen befindet sich im Konzertmodus. Wie, wann und wo, erfährt man >>> hier <<< Ich selbst werde mir, wie bereits 2016, das Konzert im Gleis 22 in Münster anschauen. Vielleicht trifft man ja den ein oder anderen auf ein Bierchen und natürlich reichlich guter Musik...














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