Google+ 33rpmPVC: Good Bye, Mr. Reed

01.11.2013

Good Bye, Mr. Reed


















Ich weiß nicht wirklich, wann ich das erste mal Lou Reed gehört habe. "Walk On The Wild Side" dürfte auch von irgendwo her, vermutlich aus dem Radio, meine noch recht musikunerfahrenen Ohren erwischt haben. Meine erste Begegnung an die ich mich erinnern kann, war - soweit ich das in meiner Erinnerung aufrufen kann - dass ich beim Durchwühlen des väterlichen Plattenschranks auf "Lou Reed Live" (1975) gestossen bin und das Cover mich irgendwie beeindruckt hat. Die Musik natürlich auch. Passte auch grob in mein jugendliches Faible für den Glam Rock der End-70er...

Dann hatte ich lange Zeit überhaupt keine bewusste Berührung mehr zu Reeds Schaffen. Selbst als mich dann Anfang der 80er doch
irgendwann der Punk (etwas spät) erwischte und im Prinzip alles (in kurzen Zeitabständen), was daraufhin folgte oder bereits gefolgt war, geriet er bei mir in totale Vergessenheit. Erst Mitte der 80er tauchte auch Reed in Form der nun auch mir bekannten The Velvet Underground wieder auf. The Velvet Underground, von deren Existenz ich bis dahin eigentlich nichts wusste, galten als Wegbereiter des Punk und Indie-Rocks und sowas saugte ich damals förmlich auf. Als Fan von Postpunk und Indiemusik (Stichwort: "Sister Ray", Joy Division - Still), war es nicht schwer, auch an Lou Reed, John Cale und den guten, alten VU (obwohl ja nun Protopunk aus den 60ern / schöner Begriff!) Gefallen zu finden und auch die Querverbindungen zu Andy Warhol spielte eine Rolle, weil ich mich für dessen Arbeit im Laufe der 2. Hälfte der 80er zu interessieren begann...

Seitdem war Lou Reed ein Begleiter meiner permanenten musikalischen Sozialisation, die zum Glück bis heute noch nicht abgeschlossen ist. An Platten kaufen oder gar sammeln, war zu dem Zeitpunkt damals allerdings nur bedingt zu denken - dazu fehlte mir schlicht die Kohle. Da ich aber nebenher etwas in dem örtlichen Platten- u. Musikladen jobbte, hatte ich zumindest die Möglichkeit nun an relativ viel Musik heranzukommen und mir reichlich Tapes zu füllen...Leider habe ich in meinem Plattenregal kaum Solowerke von Reed. Das meiste ist auf alten Kassetten. Da werde ich wohl dran arbeiten müssen...

Ende der 80er gab es noch mal ein Aufflackern der Leidenschaft zur Musik von Reed. Verantwortlich dafür war sein 1989 erschienenes Album "New York". Ein starkes Rockalbum. Musikalisch für mich eins seiner besten Werke, präsentiert er sich hier auch textlich mit beissender, durchaus sehr politischer Kritik - einfach böse... Mittlerweile war er aber auch mit einem Status versehen, mit dem er sich das problemlos leisten konnte

Aus verschiedensten Gründen habe ich Lou Reeds weitere Karriere ab den 90ern nicht weiter verfolgt. Präsent war er aber immer mal wieder. Wenn ich jedoch was aus seiner Feder gehört habe, waren es alte oder ältere Sachen. Auch mit seinem Projekt "Lulu" (2011), zusammen mit Metallica, bin ich nie wirklich warm geworden.  Aber er gehörte für mich einfach so selbstverständlich zu meiner musikalischen Welt, dass ich zugeben muß, das mich sein Tod am letzten Wochenende doch stärker getroffen hat, als ich vermutet hätte. Es gibt halt Künstler, respektive Musiker, die sind einem aus manchmal auch unerklärlichen Gründen nahe und wichtig. Lou Reed war so einer. Irgendwie fehlt er schon jetzt... R.I.P.

"The world has lost a fine songwriter and poet…
I’ve lost my ‘school-yard buddy’"

- john cale / on his official website -




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