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Skinhead-Kultur neu gelesen: Herkunft, Haltung, Missverständnisse - SHARP, 161.sharp und die Rückeroberung einer missverstandenen Subkultur...

Wer heute den Begriff „Skinhead“ hört, denkt (immer noch allzu oft) reflexartig an Neonazis, Gewalt und dumpfe Parolen. Dieses Bild ist seit den 80er Jahren tief verankert – medial und gesellschaftlich. Und doch ist es, nüchtern betrachtet, nur ein geringer Teil der Wahrheit. Ein äusserst verzerrter sogar...  Denn die ursprüngliche Skinhead-Kultur hatte mit Rassismus überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil. Zu Beginn stellte sich die Szene in England (wo auch sonst?) völlig anders dar, als es sich heute noch in den Köpfen vieler Menschen darstellt. Leider auch in den (Hohl-) Köpfen eben jener Truppen, die selbst meinen Skinheads zu sein, und glauben, dazu müsse man auch ein Nazi sein. Von wegen...  Ursprung: Arbeiterklasse, Ska und kulturelle Vermischung Ende der 1960er Jahre entsteht in Großbritannien eine Jugendkultur, die stark von der Arbeiterklasse geprägt ist. Weiße britische Jugendliche treffen auf die Einflüsse jamaikanischer Einwander...
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Reakwon - The Emperor's New Clothes [2025 – USA, Canada & Europe - Vinyl, Deluxe Edition, Stereo Red, Yellow, & Black Mix (Ocean Cranfire), MSAP180VAR]

Raekwon bleibt auch Jahrzehnte nach seinem prägenden Beitrag zu Wu-Tang Clan eine der stilprägenden Stimmen des East Coast Hip-Hop – ein Erzähler, der Straßenpoesie mit cineastischer Detailtiefe verbindet. The Emperor’s New Clothes fügt sich dabei weniger als radikale Neuerfindung, sondern vielmehr als selbstbewusste Fortschreibung seiner etablierten Ästhetik in seine Diskografie ein...  Das Album wirkt wie ein bewusst entschlacktes Statement. Die Produktionen sind dicht, aber nie überladen – warme, samplegetriebene Loops treffen auf reduzierte Drum-Arrangements, die Raum für Raekwons markante Delivery lassen. Inhaltlich bewegt er sich weiterhin souverän zwischen reflektierter Rückschau und klassischem Street-Narrativ, allerdings mit einer spürbaren Gelassenheit, die weniger auf Konfrontation als auf Autorität setzt. Im Vergleich zu früheren Arbeiten fehlt bewusst die rohe Dringlichkeit etwa eines Only Built 4 Cuban Linx…, dafür gewinnt das Album an Reife und Kohärenz. ...

Younge(r) than ever: Adrian Younge - Younge [VÖ: 17.04.2026 - Linear Labs]

Mit "Younge" haut Adrian Younge ein Album raus, das sich konsequent seiner eigenen Form von musikalischen Denken verpflichtet – und gerade darin eine bemerkenswerte Stringenz entwickelt. Wer Younge kennt, weiß, dass hier keine glatten, digitalen Jazz- oder Funkproduktionen zu erwarten sind. Stattdessen entfaltet sich ein dichtes, analog gedachtes und orchestrales Klangbild, das tief in den Traditionen von eklektischem Jazz, Psychedelic Soul und cineastischem Funk verwurzelt ist und durch die Klammern der mittlerweile über 50-jahrigen Remix-Kultur und Methodik des Hip-Hop verknüpft wurde. Die Arrangements wirken dabei aber bis ins Detail perfekt koordiniert und komponiert... Was Younge besonders auszeichnet, ist die Art und Weise, wie Komposition und Produktion ineinandergreifen. Streicherflächen, Orgeln, trockene Drumgrooves und warme Basslinien verschmelzen zu einem Sound, der weniger auf einzelne Songs als auf ein übergeordnetes Stimmungsbild abzielt. Younge arb...

Zwischen Rille und Realität: Defekte Nadel, perfekter Service – Ein Erfahrungsbericht mit Mr. Stylus

Es gibt diese Momente im Vinyl-Alltag, die jeder kennt: Man merkt, dass die Nadel langsam nachlässt, die Höhen verlieren an Kontur, die Dynamik wirkt gebremst – Zeit für Ersatz. Genau so ein Punkt war bei meinem Pro-Ject Debut Esprit Anfang des Jahres erreicht. Der ursprüngliche Nadeleinschub meines Vinyl Master Red hatte hörbar abgebaut, also musste ein neuer her. Die Wahl fiel – wie schon mehrfach zuvor – auf den Augsburger Online-Shop Mr. Stylus...  Da die klassische VM-Red-Nadel inzwischen nicht mehr verfügbar ist, wurde mir die baugleiche Ortofon MK520 geliefert. Technisch entspricht sie dem Niveau eines 2M Blue – also elliptischer Schliff, solide Auflösung und ein klarer Schritt über die Einstiegsklasse hinaus. Erwartungsgemäß also ein Upgrade gegenüber dem ursprünglich montierten Vinyl Master White (vergleichbar mit 2M Red / MK510)...  Der Einbau selbst ist beim Ortofon-System unkompliziert – Einschub wechseln, Auflagekraft prüfen, fertig. Doch was dann folg...

Tiwayo - Outsider [VÖ: 10.04.2026 |Record Kicks | Vinyl/CD/Digital]

Mit "Outsider" erscheint ein frisches neues Album von Tiwayo, einem französischen Songwriter, der musikalisch im Spannungsfeld von Soul, Gospel, Jazz und Folk zuhause ist und mittlerweile durchaus auf einige Erfahrung und Veröffentlichungen verweisen kann. An mir persönlich ist das leider völlig vorbeigegangen. Umso überraschender nun, als ich mir das neue Album zum ersten Mal angehört habe, das hier alles andere als ein Newcomer am Werk ist. Schon nach wenigen Takten wird klar, dass hier kein Retro-Revival im engeren Sinne stattfindet, sondern eine sehr persönliche Auslegung von Soul, Blues und Gospel. Verantwortlich für den klanglichen Rahmen ist Adrian Quesada, bekannt durch seine Band Black Pumas, dessen Handschrift sich subtil, aber prägend durch das gesamte Album zieht...  Die Produktion setzt auf warme Analogästhetik, zurückgenommene Arrangements und ein feines Gespür für Dynamik. Statt opulenter Bläsersektionen oder überladener Orchestrierung dominieren hi...

Totally Expressiv: Selah Sue And The Gallands - Movin' || VÖ: 20.03.2026, Because Music

Mit Movin’ liefern Selah Sue & The Garlands ein Album ab, das sich spürbar aus dem Bauch heraus entwickelt – roh, direkt und gleichzeitig erstaunlich präzise in seiner Wirkung. Die Belgierin, die seit ihrem Debüt für eine sehr eigene Mischung aus Soul, Pop und einer lmehr als nur leichten Indie-Kante steht, geht hier einen Schritt weiter: nichts unnötig glattpoliert, dafür mit mehr Kante. Schon die ersten Tracks machen klar, dass es hier nicht um nostalgischen Retro-Soul geht, sondern um eine moderne, selbstbewusste Interpretation, die sich auch rockigen Momenten nicht verschließt. Gerade diese Reibung macht den Reiz aus – mal volle Fahrt voraus, mal zurückgenommen...  Die Arrangements wirken kompakter als auf früheren Veröffentlichungen, fast bandorientiert gedacht, was dem Album eine spürbare Live-Energie verleiht. Gitarren bekommen mehr Raum, die Rhythmussektion arbeitet erdiger, und darüber legt sich Selah Sues Stimme, die nach wie vor ihr stärkstes Instrument b...