Herr Wade dreht mittlerweile nicht mehr nur am Kabel, sondern spürbar an der Disco-Kugel – und genau darin liegt die große Stärke vom neuen Album "Happy Blues". Dieses Album verweigert sich der Beliebigkeit einer bloßen Tracklist; es entfaltet sich vielmehr als geschlossener ästhetischer Kosmos. Hier fließen Indiepop, Britpop und ein spürbarer, fast physischer Rave-Impuls so organisch ineinander, dass sie sich gegenseitig in neue Höhen treiben. Dabei ist die Verbeugung vor der Ära von Factory Records und dem Geist der Hacienda kein bloßer Nostalgie-Trip. Madchester dient hier nicht als dekorative Retro-Tapete, sondern als das massive strukturelle Fundament, auf dem diese moderne Architektur ruht... Das hochfrequente Gespann Voss & Åleskjaer hat sich über die letzten Veröffentlichungen hörbar weiteremanzipiert und verdichtet seinen Ansatz nun zu einer Produktion, die gleichermaßen druckvoll wie detailverliebt ist. Die rhythmischen Strukturen sind teilweise über...
Wenn man sich lange genug mit kuratierten Compilations beschäftigt, weiß man - die wirklich guten erkennt man nicht daran, dass sie möglichst viele große Namen versammeln, sondern daran, dass sie wie ein gut gespieltes DJ-Set funktionieren. Genau hier setzt „This Is DJ’s Choice, Vol. 6“, zusammengestellt von 2b Fuzzy und Oonops, an – und trifft erstaunlich präzise ins Schwarze... Die Reihe selbst ist kein unbeschriebenes Blatt, aber mit dieser Ausgabe wird wieder mal klar, worum es ursprünglich geht – Tanzbarkeit ohne Beliebigkeit. Zwei Persönlichkeiten und äusserst kompetente Musik-Coinasseure. Zwei Handschriften, ein gemeinsamer Nenner... Oonops übernimmt die A-Seite der Vinyl-Scheibe und eröffnet mit einer spürbaren Affinität zu warmen, organischen Grooves, die sich irgendwo zwischen Soul, Jazz-Funk und globalen Einflüssen verorten lassen. Tracks wie „Planet E.“ von Linski oder „Shoulders Of Love“ von Pat Van Dyke & Zac Colwell haben diese seltene Q...