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Lamda 77 - Music For Fantasy, Road Tripping & Day Dreaming [2022 | Q-Sounds Recording]

Gar nicht unbedingt so einfach, hier den Einstieg zu schaffen. Natürlich - der Begriff "Library Music" von dem ich an diversen Stellen im Vorfeld der Veröffentlichung von "Music for Fantasy, Day Dreaming & Road Tripping" gelesen habe, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Greift aber meines Erachtens deutlich zu kurz. Viel zu komplex sind die Tracks, die auf dem Album zu hören sind. Dies hier ist weit mehr als Produktionsmusik, auch wenn die Genrebezeichnung wohl ohnehin nicht mehr so ganz ernst als das zu nehmen ist, wofür sie ursprünglich geschaffen wurde. Das Album besteht aus einem Sammelsurium an Genre-Anleihen verschiedenster Prägung und lädt vielmehr dazu ein, dem Ganzen sehr intensiv zu lauschen und sich begeistern zu lassen, anstatt sich nur hintergründig zu  berieseln. Was allerdings natürlich auch fabelhaft funktioniert... Die Gast-Drummer und Percussionisten Lucas Kochbeck (u. a. Hamburg Spinners, Angels Of Libra) und Robert Weitkamp (u. a. Sta
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Dezron Douglas & Brandee Younger - Force Majeure [2020 - International Anthem]

Jetzt mal ehrlich! Was kann aus der Covid-Quarantäne-Ödnis entstehen, wenn man in den eigenen vier Wänden - vermutlich aus Langeweile - eine Platte aufnimmt? Mit einem Bass und einer Harfe? Ja, genau. Ein absolut meisterhaftes Jazz-Album! Und genau das haben Dezron Douglas & Brandee Younger getan. Einfach, weil sie es können - und weil sie fantastische Musiker sind, die hier ein ganz und gar ruhiges, aber spannendes Werk als Duo inszeniert haben. Besondere Coverversionen von besonderen Musikern, die allesamt Reminiszenzcharakter haben und doch in dieser Form eine neue Erfahrung für den Hörer bieten. Man begegnet Alice und John Coltrane, dem neuerdings anderen Pharoah Sanders, aber auch Sting oder Kate Bush, zum Beispiel. Und das alles in bewährter International Anthem - Qualität...

Fehlfarben - ?0?? // Tapete Records, 2022

Das Cover der vor kurzem erschienenen neuen Scheibe der Fehlfarben wirkt auf den ersten Blick doch verdammt dystopisch. Aber natürlich ist die Band damit auch auf der Höhe der Zeit. Und natürlich fragen sich viele gerade, in welchem Jahr man sich eigentlich angesichts der vielen Kriege und menschengemachter Krisen man sich gerade befindet. Der Albentitel ?0?? lässt einem da wohl bewusst im Unklaren - und auch ein wenig ratlos zurück... Musikalisch schließt das Album an den Vorgängeralben an, ohne jedoch zu einer Kopie zu werden. Die Songs klingen teilweise deutlich postpunkiger und düsterer als zuletzt, sind aber wieder hochprofessionel eingespielt. Da macht man dem Sextett nichts mehr vor. Alles klingt frisch und frech. Erst recht durch die textliche Versiertheit Peter Heins, der in meinen Augen einen der größten Poeten der deutschen Musikszene darstellt. Das auch hier wieder der rechtsdrehende Teil der Gesellschaft sein verdientes Fett abbekommt, sollte klar sein. Ein Grund mehr, war

Tau - Misneach // V. Ö.: 22.09.2022 || Glitterbeat

Zugegeben, das Gatefold-Cover der LP sprach mich nicht gerade an. Hat etwas von diesen handgezeichneten naiv-esoterischen Kunstwerken wie beispielsweise auf einigen Hawkwind-Alben. Aber das ist letztlich auch Geschmackssache. Wichtiger ist das, was nach dem Auflegen des Tonarms in die Rille aus den Boxen kommt. Und das kann sich sehen, bzw. hören lassen. Durchaus poppiger Psychedelic-Rock, der stellenweise richtig groovy klingt und sich im mittleren Verlauf des Albums mit gälisch-folkloristischer Intonation vermischt. Die klingt allerdings so einladend, das man sich an irgendeinem Lagerfeuer in den Weiten der irischen Insel wähnt. Nur um dann wieder den Bogen zurück zu schlagen. Für Menschen (wie mich), die immer auch einen Vergleich zu vorhandenen Bands benötigen, fallen mir als ersten Vergleich, wenn auch amerikanische Bands, die frühen Arcade Fire oder The Polyphonic Spree ein. Meinen ersten, recht oberflächlichen Eindruck anhand des Covers muß ich allerdings komplett revidieren -

V. A. - Hallo 22 - DDR Funk und Soul 1971-81 [2022 ||| AMIGA/Sony Music]

Eine hochinteressante, von Max Herre und Dexter sorgsam aufgestellte Compilation mit achtzehn Funk- und Soul-Klassikern aus dem Fundus des DDR-Schallplatten-Kombinats AMIGA. Das Doppelalbum beinhaltet Songs aus den Jahren 71 bis 81, sowie zwei von Herre neu produzierten Coverversionen auf einer separaten 7"-Single von Manfred Krug und den Karat-Vorläufern Panta Rhei. Für alte Wessis wie mich, ein Schritt in ein sich musikalisch sehr lohnendes Abenteuer. Für Ossis im fortgeschrittenen Alter ein kulturelles Heimspiel und die Erkenntnis, das wohl doch nicht alles so schecht war. Musik auf absolut hohem Niveau und vernünftigerweise nur auf Doppel-Vinyl plus 7"-Single erhältlich... 

The Types - (I'm InLove With My) TV / The Cure / Quite Right / Gloomy Monday // 2022 // Time For Action

Gut, dass es diese kleinen, niedlichen Label gibt, die es sich zur Aufgabe machen, immer wieder wahre Schätzchen der Musikwelt - abseits des Mainstream-Trallalas - aus der Versenkung zu heben, vor dem endgültigen Vergessen zu retten oder einfach nur aus Freude an der Musik diese wieder auf die Umlaufbahnen der Plattenteller zu bringen. Neustes Beispiel ist dieses kleine, höchstfeine Teil der Types aus Hamburg. Die Band existierte von 1979 bis circa 1984. Die hier vom Label Time For Action sehr professionell dargebotenen Aufnahmen - vier an der Zahl - wurden 1981 in der Brunwey Studios Hamburg produziert und... gerieten wohl in Vergessenheit. Die ursprünglichen Mastertapes existieren nicht mehr und so musste eine Kopie auf Cassette herhalten, um nach all den Jahren diesen Songs doch noch den ihnen gebührenden Platz in den Rillen einer 7" EP zu gewähren. Erstaunlicherweise merkt man den Aufnahmen diesen hochanalogen Umweg nicht im Geringsten an. Und somit darf sich der geneigte Viny

Sweet Soul Music: Nathan Johnston & Angels Of Libra [VÖ: 4.11.2022 | Waterfall Records]

Album des Jahres! Bumms! Oder - im hochmodernen Ampelsprech - Wumms! Meinetwegen auch Doppel-, Triple-, Sonstwas-Wumms... Solch prägnante und eingängige Bezeichnungen sind ja dank unseres ansonsten ziemlich vergesslichen Bundeskanzlers gerade wieder "en vogue". Aber während ich dem Treiben in Berlin mittlerweile immer sedierter folge, kommt aus Hamburg gerade ein Sound, der meine Synapsen wieder auf Hochtouren bringt... Am 04.10.22 erscheint auf Waterfall Records - grundsätzlich ja schon ein Garant für diverse musikalische Volltreffer - das erste gemeinsame Album der Angels Of Libra mit dem irischen Ausnahme-Sänger und Songwriter Nathan Johnston, der mich stimmlich in manchen Momenten ein wenig an Alex Turner - und zwar an die Version Shadow Puppets-Turner - erinnert. Und wem bei Modern Soul ala Durand Jones, Michael Kiwanuka oder den Black Pumas das Hühnerfell zu Berge steht, der kommt an den Angels Of Libra und diesem gigantischen Album auf keinen Fall mehr vorbei. Feinster

Ein musikalisches Ereignis kündigt sich an: Herr Wade - ... Dreht Am Kabel // VÖ: CD Mitte Oktober 2022

Das Duo Herr Wade, bestehend aus Jørn Åleskjær und Sebastian Voss und benannt nach einigen real-surrealen Traumsequenzen von Arndt Zeigler [die Story hinter der Entstehungsgeschichte des Namens, der Band und im Prinzip auch des Albums, findet ihr im Text von Zeigler auf der Bandcampseite der Band!], spielen auf diesem Album locker-flockigen Jangle-Pop, der beinahe traumwandlerisch [um im Kontext zu bleiben] in die Gehörgänge des Hörers eindringt und sich filigran darum bemüht, die Neuronen zum interagieren anzuregen. Nach kurzem und leicht überraschtem Stutzen beim Erstkonsum des Openers "Dreht Am Kabel" geht danach alles ganz schnell. Man verliert sich beinahe unmerklich in die hörenswerten Alltagsgeschichten, welche in diese dermassen superschönen Soundgewände und Songstrukturen verwoben sind und wird Teil der (selbst?)-erdachten Szenerie. Der beinahe schon Trance-artige Zustand den man nun eingenommen hat, könnte gerne ewig dauern. Mindestens! Aber auch dieser Trip endet l