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The Interlaken Tapes – DANCE (Bureau Platiruma, 30.06.2026)

  Entlang meiner musikalischen Hörgewohnheiten, entstehen die interessantesten Platten oft nicht in millionenschweren Studios, sondern dort, wo Ideen wichtiger sind als Budgets oder möglicher Ertrag. Hinter The Interlaken Tapes steht Gorden Spangardt aus Bottrop, der sich mit einer Reihe von EPs bereits ein (noch) kleines, aber aufmerksames Publikum erspielt hat. Nach dem selbstbetitelten Debüt und der starken Mini-LP „2“ folgt nun mit DANCE das erste Full-length-Album des Projekts. Und es wirkt wie die logische Ausdehnung eines bereits klar erkennbaren musikalischen Kosmos... Der Titel lässt zunächst etwas anderes vermuten, als letztlich aus den Lautsprechern kommt. DANCE ist in erster Linie keine Platte für den Club (auch wenn selbst das nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann), sondern eher eine Sammlung von Bewegungsimpulsen zwischen Motorik, Melancholie und kontrollierter Schwerelosigkeit. Krautrock bildet dabei eins der Fundamente, doch Spangardt denkt dieses Er...
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Moderne Soul-Eleganz: Sarife – Ghosts From The Past || (Waterfall Records / Broken Silence, VÖ: 05.06.2026)

Nicht jedes gute Soul-Album muss das Rad neu erfinden. Ghosts From The Past lebt gerade davon, dass SARIFE auf vertraute Stärken setzt: warme Grooves, eingängige Melodien, moderne R&B-Produktionen und eine Stimme, die Emotionen glaubwürdig transportiert. Das Ergebnis ist ein Debüt, das durchaus das Potenzial besitzt, auch über die Grenzen der klassischen Soul-Szene hinaus Gehör zu finden... Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Neo Soul, modernem R&B, Jazz-Ästhetik und dezenten Hip-Hop-Einflüssen. Produziert von Laura Hofer und Dennis Rux in den Hamburger Yeah! Yeah! Yeah! Studios, klingt "Ghosts From The Past" warm, organisch und angenehm zeitlos. Die Arrangements bleiben meist zurückhaltend, schaffen aber genügend Raum für Details, die sich erst nach mehreren Durchläufen vollständig erschließen... Der eigentliche Mittelpunkt des Albums ist jedoch Sarifes grandiose Stimme. Sie trägt diese Songs nicht nur – sie erzählt sie. Mal sanft und verletzlich, ...

Der Sound einer Gesellschaft im roten Bereich: Die Behörde macht Ernst: Die Behörde – Der letzte Arbeitgeber (12.06.2026 | Flight13 Records)

Manchmal landet eine Platte auf dem Schreibtisch, bei der nach wenigen Minuten klar ist - das wird keine Pflichtübung. Kein weiterer Beitrag für die mittlerweile gut gefüllte Schublade „Deutschpunk 2026“, kein schnell konsumierter Wochenend-Soundtrack, sondern ein Album, das sich sofort festsetzt. So eine Platte ist "Der Letzte Arbeitgeber" von Die Behörde...  Bereits der Name der Bremer Band deutet an, wohin die Reise geht. Hier wird nicht auf Eskapismus gesetzt. Die Behörde beobachten, registrieren, protokollieren und schlagen Alarm. Und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem Sound, der irgendwo zwischen Hardcore-Deutschpunk, Postpunk und einer seltsam eingängigen Powerpop-Nervosität seinen Platz findet. Das Bemerkenswerte dabei - die acht Stücke wirken nie wie politische Flugblätter mit Gitarrenbegleitung. Natürlich sind die Themen unüberhörbar. Diskriminierung, Ausgrenzung, autoritäres Denken, gesellschaftliche Verrohung und die alltäglichen Z...

Zwischen Acid Jazz, Blue-Eyed Soul und Modern-Style-Council-Vibes – Earth-O-Naut: This Is Nowhere. This Is Everywhere. (05.06.2026, Agogo Records)

Manchmal landet eine Platte auf dem Teller, die sich zwar aus bekannten Zutaten speist, dabei aber dennoch erstaunlich frisch wirkt. Genau so ein Fall ist das Debütalbum von Earth-O-Naut. Hinter dem Projekt steht der britische Musiker, Songwriter und Produzent Terry Shaughnessy, der seine Stücke weitgehend selbst schreibt, aufnimmt und produziert. Musikalisch bewegt er sich zwischen Soul, Jazz, Funk und Acid Jazz und knüpft dabei bewusst an eine Tradition an, die in Großbritannien seit den 1980er Jahren gepflegt wird...  Bereits die Vorab-Singles ließen erkennen, wohin die Reise geht. Auf This Is Nowhere. This Is Everywhere. verschmelzen elegante Grooves, warme Harmonien und eine entspannte Selbstverständlichkeit zu einem Album, das sich weniger über Effekte als über Atmosphäre definiert. Wer mit den Arbeiten von Paul Weller, The Style Council, Galliano oder den souligeren Momenten des Acid-Jazz-Kosmos sozialisiert wurde, dürfte sich, ähnlich wie es mir geht, hier schn...

Heavy Soul, große Emotionen: The Principles Of Joy begeistern Werne

Werne. Einen rundum gelungenen Konzertabend erlebten knapp 200 Besucherinnen und Besucher am Samstag auf der Open-Air-Bühne des flözK Werne. Zu Gast war die international bekannte französische Soul-Formation The Principles Of Joy, die mit ihrem kraftvollen Mix aus Soul, Funk und Rhythm & Blues für große Begeisterung sorgte..  Von den ersten Takten an entwickelte sich eine besondere Atmosphäre zwischen Band und Publikum. Die Musikerinnen und Musiker aus Paris präsentierten ihren charakteristischen „Heavy Soul“-Sound mit großer Spielfreude, musikalischer Präzision und spürbarer Leidenschaft. Dabei gelang es ihnen mühelos, den Bogen von klassischen Soul-Traditionen der 1960er- und 1970er-Jahre bis hin zu modernen Einflüssen zu schlagen. Vor allem die energiegeladene Bühnenpräsenz und die mitreißenden Grooves sorgten dafür, dass sich viele Gäste schon früh vor der Bühne tanzten und sich entsprechender Bewegungsdrang Bahn brechen musste...  D...

Falatô zwischen Tradition und Aufbruch – Massa Dembélé: Falatô (22.05.2026, Not OK Records)

Westafrikanische Musik erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte internationale Aufmerksamkeit. Doch während viele Produktionen zwischen Tradition und globalem Markt vermitteln wollen, wirkt Falatô erfreulich selbstverständlich. Massa Dembélé macht keine Weltmusik für Exportmärkte. Er spielt die Musik seiner Herkunft – und genau daraus entsteht ihre Kraft...  Der aus Burkina Faso stammende Musiker entstammt einer Griot-Familie und wuchs in einer Kultur auf, in der Musik weit mehr ist als Unterhaltung. Als Sänger, Perkussionist und Meister der Kamale N'Goni trägt er diese Tradition bis heute in sich. Über Stationen in Ghana und Deutschland entwickelte er einen Stil, der westafrikanische Wurzeln mit modernen Einflüssen verbindet, ohne jemals beliebig zu wirken...  Falatô ist dabei weit mehr als ein klassisches Afrobeat-Album. Desert Blues, westafrikanischer Soul, Jazz, traditionelle Manding-Musik und moderne Arrangements greifen ineinander wie Zahnräder eines pe...