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Live & (sehr) Loud: Painted Vein im Club Montreux im flözK Werne | 06.02.2026

Am 06.02.2026 gastierten im Rahmen der Club Montreux-Konzertreihe  im f lözK Werne – und lieferten ein Konzert ab, bei dem das randvolle Haus von der ersten Minute an Teil des Geschehens war. Aufmerksam, offen und mitgehend. Für die italienisch-US-amerikanische Band aus Seattle war es der erste Deutschland-Stopp ihrer Europatournee, bevor es am nächsten Tag direkt weiter nach Berlin ging – ein Auftakt, der Maßstäbe setzte...  Live entfalten Painted Vein ihre Musik mit einer Präzision, die man im Genre nicht immer antrifft. Shoegaze-Flächen, Post-Punk-Strenge und Coldwave-Kühle greifen sauber ineinander, ohne sich gegenseitig zu verwässern. Der Sound bleibt kontrolliert, aber nie steril - laut, aber nicht verwaschen. Besonders die Dynamik zwischen treibenden Basslinien, schneidenden Gitarren und stoischem Schlagzeug sorgt für jene Spannung, die das Publikum durchgängig an den Sound band...  Die Band wirkte dabei konzentriert und zuglei...
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Pure Legends: Bad Brains - Bad Brains (Limited Edition - Banana Peel Yellow Vinyl, 2025)

Kaum ein Debüt hat die tektonischen Platten von Hardcore Punk, Reggae und Afro-amerikanischer Musikkultur so nachhaltig verschoben wie Bad Brains. Ursprünglich 1982 als Kassette auf ROIR veröffentlicht, wirkt dieses Album auch mehr als vier Jahrzehnte später wie ein kontrollierter Ausnahmezustand – roh, kompromisslos und seiner Zeit dramatisch voraus. Die Edition von 2025 auf limitiertem gelben Vinyl ist daher weit mehr als bloße Nostalgiepflege. Sie erinnert daran, wie radikal modern diese Musik immer noch klingt...  Bad Brains entstanden aus der Fusion von Jazz-Fusion-geschulten Musikern und der explosiven Energie der frühen DC-Punkszene. Diese technische Überlegenheit ist auf dem Debüt allgegenwärtig: irrwitzige Tempiwechsel, messerscharfe Breaks und ein rhythmisches Verständnis, das Hardcore erstmals wirklich athletisch machte. Gleichzeitig steht H.R.s Stimme im Zentrum – ein Instrument zwischen soulgetränkter Ekstase, aggressivem Shouting und spiritueller Erhebung....

Jake Mason Trio - The Modern Ark ||| VÖ: 13.02.2026 - Soul Messin' Records [Soul Jazz]

Mit The Modern Ark veröffentlicht das Jake Mason Trio ein Jazz-Album, welches bewusst die Brücke zu Funk, Soul und spirituellem Jazz der 1970er schlägt. Jake Mason gehört zu jener Generation britischer Musiker, die Jazz nicht als museale Disziplin begreifen, sondern als offenes System: rhythmisch geerdet, harmonisch beweglich und stets auf Groove bedacht. Nach mehreren Projekten als Sideman und eigenen Vorarbeiten schärft das Trio hier seine kollektive Identität deutlich...  Die Musik wirkt kompakt und zielgerichtet. Anstelle ausufernder Improvisationen setzt das Trio auf klar definierte Themen, die sich organisch entfalten und immer wieder in präzise gesetzte Breaks und dynamische Steigerungen münden. Orgel und Piano fungieren nicht nur als harmonisches Rückgrat, sondern als treibende Kraft, die den Stücken einen warmen, analogen Charakter verleiht. Bass und Schlagzeug agieren hochgradig interaktiv und sorgen für jene Spannung, die The Modern Ark über die gesamte Spi...

Tom Bourgeois – Lili ||| 2025 – Igloo – IGL367 [Contemporary Jazz]

Mit Lili legt der belgisch wohnende Saxophonist und Komponist Tom Bourgeois einen eigenständigen Beitrag vor, der irgendwo zwischen Jazz, zeitgenössischer Musik und kammermusikalischen Strukturen angesiedelt ist. Bourgeois ist kein Unbekannter der europäischen Szene: Der 1987 geborene Franzose hat sich im Lauf seiner Entwicklung als Grenzgänger profiliert, der das Improvisatorische des Jazz mit formalen Elementen aus der Neuen Musik verbindet und dabei eine sehr persönliche Sprache findet. Sein Quartett mit Piano, Bass und Schlagzeug, ergänzt durch die Stimme von Veronika Harcsa und den Cellisten Vincent Courtois, schafft auf Lili ein dichtes, atmosphärisches Klangfeld... Auf Lili – benannt nach der Komponistin Lili Boulanger, deren Schaffen Bourgeois hier reflektierend gegenüberstellt – zeigt sich ein sensibel austarierter Umgang mit Melodik und Raum. Die Kompositionen sind nicht nur als Jazzstücke zu begreifen, sondern als konzeptionelle Gebilde, die durch wiederkehrende ...

Kamasi Washington – Lazarus (Original Series Soundtrack) (14. Nov. 2025, Milan / [adult swim] 19802933321)

Mit Lazarus liefert Kamasi Washington einen seiner bislang direktesten und zugleich cineastischsten Beiträge zur Musiklandschaft ab: den Soundtrack zur gleichnamigen Anime-Serie von Adult Swim, komponiert für das visuelle Universum von Shinichirō Watanabe. Bekannt wurde Washington über Jahre als ein Vermittler zwischen traditionellem Jazz und zeitgenössischer Experimentalmusik, sein Durchbruch gelang ihm mit The Epic (2015), das orchestrale Ambitionen und freie Improvisation vereinte. Mit Lazarus wendet sich Washington nun erneut dem narrativen Medium Film/Serie zu, ohne dabei seine musikalische Identität aufzugeben...  Auf dieser sorgfältig gepressten, opak-grauen Doppelvinyl-Ausgabe entfaltet sich ein Score, der sowohl die Dramatik der Serie als auch Washingtons eigene künstlerische Entwicklung widerspiegelt: Immer wieder verbindet er jazzbasierte Improvisation mit orchestralen Arrangements und rhythmischen Spannungsbögen, die an klassische Film- und Anime-Scores erin...

New Years Rock Night im flözK Werne 2026 - part two: Endstelle

Mit dem Auftritt von Endstelle bekam die „New Years Rock Night“ 2026 schließlich ihr verdientes zweites Kapitel – und was für eines. Für die lokale Postpunkband aus Werne war es der erste gemeinsame Auftritt in diesem Line-Up, doch davon war auf der Bühne nichts zu spüren. Keine Spur von Nervosität, kein vorsichtiges Abtasten – stattdessen ein selbstbewusster Einstieg, der sofort klarmachte, dass hier eine Band steht, die genau weiß, was sie tut. Kalte, treibende Bassläufe trafen auf kantige Gitarren, darüber ein prägnanter, eindringlicher Gesang, der die düstere Grundstimmung der Songs perfekt transportierte...  Endstelle überzeugten mit einer routinierten und gleichzeitig lebhaften Spielweise, die dem Genre die notwendige Rohheit ließ, ohne an Präzision einzubüßen. Die Songs wirkten kompakt, auf den Punkt und voller innerer Spannung. Immer wieder baute die Band dichte Atmosphären auf, nur um sie im nächsten Moment mit energischen Ausbrüchen aufzubrechen. B...