Kapitel 11 – Hiromasa Suzuki: Der Mann zwischen den Welten Wie der Pianist, Keyboarder, Komponist und Arrangeur die Grenzen zwischen Jazz, Funk, Rock und Fusion durchlässig machte Wenn man die Geschichte des Wamono nur über die großen Namen und die gesuchten Originalpressungen erzählt, übersieht man leicht, wie eng diese Szene tatsächlich miteinander verflochten war. Hiromasa Suzuki ist dafür vielleicht das beste Beispiel. Sein Name taucht an entscheidenden Stellen immer wieder auf: bei Terumasa Hino, Akira Ishikawa und Jiro Inagaki, als Pianist und Keyboarder, als Komponist und Arrangeur – und schließlich als Bandleader mit eigenen Platten. Suzuki, 1940 geboren und 2001 gestorben, gehörte zu jener Generation japanischer Musiker, die den Jazz nicht als fest umrissenes Regelwerk verstand. Für ihn war er Ausgangspunkt. Von dort aus führten die Wege in Funk und Soul, in Rock und elektronische Klangfarben, in Film- und Fernsehmusik und schließlich in jene Übergangsz...
Kapitel 6a – Jazz Kissa: Die Kathedralen des Hörens Wie Japan eine einzigartige Kultur des konzentrierten Musikhörens entwickelte. Wer zum ersten Mal ein Jazz Kissa betritt, erlebt einen Ort, an dem Musik nicht als Hintergrundbeschallung dient, sondern den Mittelpunkt des gesamten Raumes bildet. Gespräche sind leise, Smartphones verschwinden in den Taschen und die Aufmerksamkeit gilt ausschließlich der laufenden Schallplatte. Ein Jazz Kissa ist weder Café noch Bar im klassischen Sinn. Es ist ein Hörraum für Menschen, die Musik mit derselben Konzentration erleben möchten, mit der andere ein Gemälde betrachten oder einen Roman lesen. Wer diese Kultur versteht, versteht auch einen wesentlichen Teil des Wamono-Universums... Das japanische Wort 'Kissa' ist die Kurzform von 'Kissaten' und bezeichnet ursprünglich ein Kaffeehaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Jazz Kissa zu Orten, an denen Menschen Zugang zu teuren Import-Schallplatten er...