Manchmal reichen fünf Minuten. Zwei Songs, eine 7-Inch – und die Gewissheit, dass eine Band ziemlich genau weiß, wo sie hinwill. SLADEK haben bei mir bereits mit "Things Gotta Change" ( ebenfalls hier im Blog besprochen ) einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen. Das österreichische Trio verstand es darauf, klassischen Soul nicht einfach zu reproduzieren, sondern mit viel Gespür für Groove, Dynamik und Arrangements in die Gegenwart zu holen. Mit „Blame It All On You“ / „What Are You Doing?“ legen SLADEK nun eine Single nach, die diesen Weg konsequent weitergeht – und für meinen Geschmack sogar noch einmal eine Schippe drauflegt... „Blame It All On You“ ist mit seinen 2:45 Minuten nahezu perfektes Single-Material: federnd, leichtfüßig und unmittelbar, mit einem Groove, der sich ziemlich schnell festsetzt. Warm und organisch produziert, aber ohne den bemühten Vintage-Gestus, der einem bei zeitgenössischem Retro-Soul gelegentlich begegnet... Und dann ist da ...
SAINT ETIENNE – FOR THE (ALMOST) VERY LAST TIME || Cambridge Corn Exchange, 26.09.2026 [Gastbeitrag: K. Ahland]
Saint Etienne … wo fang ich an? Unterm Strich wahrscheinlich, neben den Beatles, die wichtigste britische Band in meinem Leben. Ganz sicher die wichtigste zu meinen Lebzeiten. Zum ersten Mal auf sie aufmerksam wurde ich durch einen Artikel in der Spex vom Juni 1991. Ihr Konzept war ähnlich der ursprünglichen Idee hinter The Style Council: ein loses Kollektiv mit wechselnden Sängerinnen und Bob Stanley und Pete Wiggs als konstantem Kern. Im Übrigen sahen die beiden Jungs, fand ich, verdammt „Mod“ aus. Und genau so habe ich sie auch über 35 Jahre hinweg betrachtet. Es gibt „orthodoxe“ Mods, die nichts, was stilistisch nach ’66 kam, gelten lassen. „Falsch“, fand ich schon immer. Frischer Wind wie Madchester Rave, Acid Jazz oder Britpop waren immer willkommen, und so auch der Indie-Dance-Beat von Saint Etienne. Im gleichen Jahr, 1991, erschien auch das Debütalbum „Foxbase Alpha“ auf Heavenly, das ich mir frisch aus London mit nach Hause brachte. Inzwischen war längs...