Es gibt Alben, bei denen man schon nach wenigen Takten weiß, wohin die Reise geht. Sweets, das neue Album der Winston Brothers, gehört für mich eindeutig in diese Kategorie. Satte Grooves, treibende Rhythmen und ein tief in den Siebzigerjahren verwurzelter Funk-Sound, der dennoch alles andere als angestaubt klingt. Ein ausgesprochen starkes Instrumentalalbum, das vom ersten Moment an richtig Spaß macht und mich persönlich sofort abgeholt hat... Was die Winston Brothers hier abliefern, ist Funk auf einem bemerkenswert hohen musikalischen Niveau. Besonders die hervorragende Rhythmusarbeit hat es mir angetan. Lucas Kochbeck liefert am Schlagzeug eine ausgesprochen starke Vorstellung ab und sorgt mit seinem druckvollen, präzisen und zugleich ungemein lässigen Spiel für das rhythmische Fundament. Überhaupt überzeugt das Zusammenspiel der Musiker auf ganzer Linie. Hier sitzt jeder Groove, ohne dass die Musik dabei auch nur ansatzweise steril oder überproduziert wirkt. Stilis...
Es muss nicht immer der revolutionäre, kompromisslose und nach neuen Ausdrucksformen suchende John Coltrane sein. Manchmal genügt es vollkommen, diesem außergewöhnlichen Musiker dabei zuzuhören, wie er sich auf seine musikalischen Wurzeln besinnt. Plays the Blues ist dafür ein wunderbares Beispiel. Ein wunderschönes, in sich geschlossenes Album, das bei aller improvisatorischen Raffinesse vor allem eines ist: eine tief im Blues verwurzelte Jazzplatte... Aufgenommen am 24. Oktober 1960 in den Atlantic Studios in New York, erschien das Album erst 1962. Coltrane befand sich damals in einer musikalisch ausgesprochen spannenden Phase. Mit Giant Steps hatte er bereits eindrucksvoll demonstriert, wie weit sich harmonische Strukturen ausreizen ließen, während sich mit My Favorite Things zunehmend neue, modale Ausdrucksmöglichkeiten abzeichnete.. Begleitet wird er von McCoy Tyner am Klavier, Steve Davis am Kontrabass und Elvin Jones am Schlagzeug. Eine Besetzung, die bereits wesentli...