Maik Brüggemeyer ist kein Autor, der sich hinter stilistischen Manierismen versteckt. Bekannt geworden als präziser Beobachter von Popkultur und Musik – unter anderem für Magazine wie Rolling Stone oder Die Zeit – bringt er in seinem literarischen Debüt genau diese analytische Schärfe mit, ohne gleich ins Dozierende abzurutschen. Stattdessen schreibt er mit einer beiläufigen Souveränität, die aus eigener Erfahrung gespeist ist. Journalistisch geschult, aber literarisch verdichtet. Brüggemeyer versteht Rhythmus, nicht nur in Musik, sondern prächtigerweise für alle Leser auch im Erzählen... "Wie jeder weiß, ist das hier das Nirgendwo" ist ein Roman, der sich bewusst gegen große Gesten entscheidet. Stattdessen entfaltet er seine Wirkung über Atmosphäre, über das Unausgesprochene, über Zwischenräume. Der Schauplatz – eine westdeutsche Provinz, die gleichermaßen vertraut wie entrückt wirkt – ist dabei weniger Kulisse als Zustand. Hier verdichtet sich ein Lebensgefühl ...
Es gibt Debüts, die ein Versprechen formulieren – und es gibt solche, die ein ganzes Genre neu definieren. Santana gehört klar zur zweiten Kategorie. Was hier 1969 erscheint, ist kein sauber kalkuliertes Studioalbum, sondern ein organisch gewachsener Klangkörper: eine Band, die Rhythmus nicht begleitet, sondern zelebriert. Der entscheidende Punkt dabei ist nicht nur die Fusion aus Rock, Blues und lateinamerikanischen Einflüssen, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der diese Elemente ineinandergreifen... Schon die Eröffnung mit „Waiting“ macht deutlich, wohin die Reise geht: ein pulsierender Groove, getragen von einer Rhythmussektion, die weit über klassische Rockstrukturen hinausgeht. Die Doppel-Percussion mit Congas und Timbales ist kein Effekt, sondern strukturelles Fundament. Darüber legt sich Carlos Santanas Gitarrenton – singend, sustainreich, fast vokal gedacht. Technisch ist das kein Virtuosen-Feuerwerk, sondern ein bewusst reduzierter, emotional fokussierte...