Mit Thee Marloes hat Big Crown Records in den vergangenen Jahren eine Band aufgebaut, die sich erstaunlich selbstverständlich zwischen klassischem Soul, südostasiatischen Pop-Einflüssen und moderner Vintage-Ästhetik bewegt. Di Hotel Malibu wirkt dabei wie eine konsequente Weiterentwicklung des Sounds, den die Gruppe bereits auf früheren Singles und EPs angedeutet hatte: warm, analog und voller kleiner Details, die sich oft erst nach mehreren Durchläufen entfalten... Viele Stücke besitzen diese leicht verschwommene, fast nächtliche Eleganz, wie man sie von alten Soul- und Exotica-Produktionen kennt. Gerade die Kombination der weichen Grooves, federnden Bassläufen und angenehm zurückgenommenen Produktion verleiht Di Hotel Malibu eine beinahe organische Wirkung. Die Arrangements bleiben dabei bewusst transparent und locker... Besonders gelungen ist, wie selbstverständlich hier unterschiedliche Einflüsse ineinandergreifen. Westcoast-Soul, Funk, indonesischer Pop und ...
Musik wie ein langsamer Atemzug: Hypnotische Improvisationen zwischen Jazz, Ambient und Groove - JEFF PARKER ETA IVtet – Happy Today (International Anthem Recording Company, 15.05.2026)
Mit dem ETA IVtet hat sich Gitarrist Jeff Parker in den vergangenen Jahren eine der interessantesten und zugleich unaufgeregtesten Formationen des zeitgenössischen US-Jazz aufgebaut. Nach den beiden vielbeachteten Veröffentlichungen Mondays At The Enfield Tennis Academy und The Way Out of Easy wirkt Happy Today nun weniger wie ein nächster Karriereschritt als vielmehr wie eine weitere Verdichtung einer bereits sehr klar definierten musikalischen Idee. Das Quartett bleibt dabei seinem Ansatz treu: improvisationsbasierte Musik, die Offenheit zulässt, ohne jemals beliebig zu wirken... Aufgenommen wurde das Album live im Lodge Room in Los Angeles – ein Umstand, den man dieser Veröffentlichung permanent anhört. Happy Today lebt von Räumen, von Luft zwischen den Tönen und von jener fast schwer erklärbaren Kommunikation, die nur Bands entwickeln, die lange gemeinsam spielen. Parker, Josh Johnson, Anna Butterss und Jay Bellerose agieren hier weniger als klassische Jazzformation den...