Es gibt Konzertabende, an denen vom ersten Ton an klar ist, dass hier etwas Besonderes passiert. Genau ein solcher Abend war der jüngste Club Montreux im flözK Werne. Mit Front Porch aus Arkansas machte ein Quartett Station, das eindrucksvoll demonstrierte, wie lebendig, virtuos und zeitgemäß Bluegrass im Jahr 2026 klingen kann... Bereits nach wenigen Takten war spürbar, warum die Band den Auftakt ihrer Europa-Tournee bewusst nach Werne gelegt hatte. Front Porch verbinden die traditionellen Wurzeln des amerikanischen Bluegrass mit einer beeindruckenden musikalischen Offenheit. Die Energie und Direktheit des Punk treffen auf die improvisatorische Freiheit des Jazz – eine Mischung, die gleichermaßen kraftvoll, technisch brillant und mitreißend wirkt. Dabei überzeugte die Band nicht nur durch ihr außergewöhnliches instrumentales Können. Banjo, Mandoline, Gitarre und Kontrabass verschmolzen zu einem hochpräzisen Ensemble, dessen Zusammenspiel von ve...
Es gibt Künstler, die sich mit jedem Album innerhalb eines einmal gefundenen Koordinatensystems weiterentwickeln. Und es gibt jene, die sich bewusst davon lösen. Kalia Vandever gehört inzwischen eindeutig zur zweiten Kategorie. Nach den kammermusikalisch geprägten Quartettarbeiten und den ersten Soloexperimenten markiert Mana keinen stilistischen Bruch, sondern eine konsequente Erweiterung ihrer musikalischen Sprache. Das Debüt für International Anthem führt verschiedene Entwicklungslinien zusammen und wirkt zugleich persönlicher als alles, was bislang unter ihrem Namen erschienen ist... Wer hier ein weiteres zeitgenössisches Jazzalbum erwartet, dürfte bereits nach wenigen Minuten feststellen, dass diese Einordnung nur bedingt trägt. Mana lebt von entschleunigten Klangräumen, in denen Posaune, Stimme, Elektronik und sparsam gesetzte Klavierfiguren miteinander verschmelzen. Vandever nutzt ihr Instrument längst nicht mehr ausschließlich als Melodieträger, sondern formt daraus...