Kaum ein Debüt hat die tektonischen Platten von Hardcore Punk, Reggae und Afro-amerikanischer Musikkultur so nachhaltig verschoben wie Bad Brains. Ursprünglich 1982 als Kassette auf ROIR veröffentlicht, wirkt dieses Album auch mehr als vier Jahrzehnte später wie ein kontrollierter Ausnahmezustand – roh, kompromisslos und seiner Zeit dramatisch voraus. Die Edition von 2025 auf limitiertem gelben Vinyl ist daher weit mehr als bloße Nostalgiepflege. Sie erinnert daran, wie radikal modern diese Musik immer noch klingt... Bad Brains entstanden aus der Fusion von Jazz-Fusion-geschulten Musikern und der explosiven Energie der frühen DC-Punkszene. Diese technische Überlegenheit ist auf dem Debüt allgegenwärtig: irrwitzige Tempiwechsel, messerscharfe Breaks und ein rhythmisches Verständnis, das Hardcore erstmals wirklich athletisch machte. Gleichzeitig steht H.R.s Stimme im Zentrum – ein Instrument zwischen soulgetränkter Ekstase, aggressivem Shouting und spiritueller Erhebung....
Mit The Modern Ark veröffentlicht das Jake Mason Trio ein Jazz-Album, welches bewusst die Brücke zu Funk, Soul und spirituellem Jazz der 1970er schlägt. Jake Mason gehört zu jener Generation britischer Musiker, die Jazz nicht als museale Disziplin begreifen, sondern als offenes System: rhythmisch geerdet, harmonisch beweglich und stets auf Groove bedacht. Nach mehreren Projekten als Sideman und eigenen Vorarbeiten schärft das Trio hier seine kollektive Identität deutlich... Die Musik wirkt kompakt und zielgerichtet. Anstelle ausufernder Improvisationen setzt das Trio auf klar definierte Themen, die sich organisch entfalten und immer wieder in präzise gesetzte Breaks und dynamische Steigerungen münden. Orgel und Piano fungieren nicht nur als harmonisches Rückgrat, sondern als treibende Kraft, die den Stücken einen warmen, analogen Charakter verleiht. Bass und Schlagzeug agieren hochgradig interaktiv und sorgen für jene Spannung, die The Modern Ark über die gesamte Spi...