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Soon out: The Vogs - Du Fond, Du Coeur [VÖ: 24.02.2023 | Q-Sounds Recordings]

Es gibt ja Label, bei denen man hinsichtlich jeder neuen Veröffentlichung bedenkenlos zugreifen kann. Ich frage mich dann oft, ob es dem Label eigentlich schwer fällt, jedesmal einem (ihren) bestimmten (hohen) Anspruch gerecht zu werden. Schließlich nehmen in diversen Bands und Projekten ja auch diverse verschiedene MusikerInnen teil, die vermutlich alle verschiedene Vorzüge haben - aber sicher alle auch ihre Schwächen. Einige wenige dieser Label haben aber scheinbar eine gemeinsame Genetik in ihre KünstlerInnen übertragen, welche sich über jedes ihrer Outputs erstreckt und den Kern der Marke darstellt. Diesen trotz aller Unterschiede in den Line-Ups dennoch zu etwas mit hohem Wiedererkennungswert, etwas "Uniquen" macht... Beim französischen Premium-Soul-Label "Q-Sounds Recording" rückt dieser Nukleus oft schon rein optisch in den Focus. Zumindest wenn man bereits einige Scheiben des Labels besitzt und die Künstler auf den Covern vergleicht oder man das ein oder and
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Single Release: Joél Davíd & The Angels Of Libra - Concrete Jungle

Ja, sehr überraschend... Überraschend anders... Aber auch überraschend positiv treten die Angels Of Libra mit neuer Single, neuem Sänger, aber auch einem gänzlich neuen Sound an. Zuletzt auf ihrer phantastischen Debüt-LP mit Nathaniel Johnston am Mikro noch total dem Soul verpflichtet, erinnert die neue Single eher an Gurus Jazzmatazz auf einem Jamaika-Urlaub... Eigentlich ein erstaunlich schneller Stilwechsel, denn der Erfolg des Erstlings ist noch längst nicht abgeebbt. Aber das dürfte wohl auch für die Zukunft der Band ein wohlkalkuliertes Vorgehen bleiben, bei dem sich auch immer mit an an den jeweiligen SängerInnen orientiert wird. Joél Davíd, Sänger und Rapper auf dieser Single, ist ein in Boston geborener US-Amerikaner mit musikalischen Einflüssen aus dem Golden Age of Hip-Hop der früheren 90er-Jahre. Reggae und Dub sind - vor allem im Refrain - ebenfalls ein unüberhörbarer Einfluß von David. Bisher zumindest mir gänzlich unbekannt, drückt er dem Song hier klar seinen beeindruck

33rpmPVC.de - Platten des Jahres 2022

Nachdem ich in den sozialen Netzwerken und diversen anderen Medien bereits die ein oder andere "Bestenliste" des Jahres 2022 bestaunen durfte und ich selber solche Listen anderer Leute unheimlich gerne lese (oder auch kritisiere, mich aufrege oder einfach mitfreue), versuche ich mich in diesem nun ausklingenden Bastard von einem Jahr ebenfalls an einer Bestenliste... In dieser Liste, von der ich zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Satzes nicht mal weiß, welchen Umfang ich ihr zukommen lasse, werde ich mich ausschließlich auf Neuerscheinungen aus 2022 begrenzen. Keine Re-Issues, keine Neuzugänge aus vergangenen Dekaden, die nun endlich in 2022 den Weg in meine Sammlung gefunden haben und keine nicht-physikalisch greifbaren Produkte. Also im Prinzip nur LP, CD oder MC. Dafür aber genreübergreifend. Dann mal los...  #15. The Comet Is Coming - Hyper-Dimensional Expansion Beam [Impulse!] Shabaka Hutchings landet mit seinem Raumschiff "Starship Electro-Jazz" auf dem Da

Stephen's Ruin - Somewhere Else || 2022 || TMRecords

Nachdem mich das Corona-Biest daran gehindert hat, dem Release-Gig in Stephen Leech's Irish Pub Hilden beizuwohnen, hatte ich heute zum ersten Mal die neue LP von Stephen's Ruin auf dem Plattenteller. Und ich war und bin angenehm überrascht. Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Platte sogar ziemlich gut! Schöne Popsongs mit einem spürbaren, aber keineswegs penetranten 60er-Jahre-Touch, der an vielen Stellen sehr Beach Boys-lastig ist. Alles sehr eingängig. Man merkt schon, aus welcher "zuckrigen" Feder sie meist stammen. Und die Stimme des jungen Mr. Leech passt perfekt dazu. Ol' Daddy Stephen darf sich zusammen mit Stefan Theissen auf das Schreiben und Produzieren der wirklich tollen Songs konzentrieren, ohne selbst das Mikrofon in die Hand nehmen zu müssen. Da passt alles von vorne bis hinten. Mir gefällt's...

Lamda 77 - Music For Fantasy, Road Tripping & Day Dreaming [2022 | Q-Sounds Recording]

Gar nicht unbedingt so einfach, hier den Einstieg zu schaffen. Natürlich - der Begriff "Library Music" von dem ich an diversen Stellen im Vorfeld der Veröffentlichung von "Music for Fantasy, Day Dreaming & Road Tripping" gelesen habe, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Greift aber meines Erachtens deutlich zu kurz. Viel zu komplex sind die Tracks, die auf dem Album zu hören sind. Dies hier ist weit mehr als Produktionsmusik, auch wenn die Genrebezeichnung wohl ohnehin nicht mehr so ganz ernst als das zu nehmen ist, wofür sie ursprünglich geschaffen wurde. Das Album besteht aus einem Sammelsurium an Genre-Anleihen verschiedenster Prägung und lädt vielmehr dazu ein, dem Ganzen sehr intensiv zu lauschen und sich begeistern zu lassen, anstatt sich nur hintergründig zu  berieseln. Was allerdings natürlich auch fabelhaft funktioniert... Die Gast-Drummer und Percussionisten Lucas Kochbeck (u. a. Hamburg Spinners, Angels Of Libra) und Robert Weitkamp (u. a. Sta

Dezron Douglas & Brandee Younger - Force Majeure [2020 - International Anthem]

Jetzt mal ehrlich! Was kann aus der Covid-Quarantäne-Ödnis entstehen, wenn man in den eigenen vier Wänden - vermutlich aus Langeweile - eine Platte aufnimmt? Mit einem Bass und einer Harfe? Ja, genau. Ein absolut meisterhaftes Jazz-Album! Und genau das haben Dezron Douglas & Brandee Younger getan. Einfach, weil sie es können - und weil sie fantastische Musiker sind, die hier ein ganz und gar ruhiges, aber spannendes Werk als Duo inszeniert haben. Besondere Coverversionen von besonderen Musikern, die allesamt Reminiszenzcharakter haben und doch in dieser Form eine neue Erfahrung für den Hörer bieten. Man begegnet Alice und John Coltrane, dem neuerdings anderen Pharoah Sanders, aber auch Sting oder Kate Bush, zum Beispiel. Und das alles in bewährter International Anthem - Qualität...

Fehlfarben - ?0?? // Tapete Records, 2022

Das Cover der vor kurzem erschienenen neuen Scheibe der Fehlfarben wirkt auf den ersten Blick doch verdammt dystopisch. Aber natürlich ist die Band damit auch auf der Höhe der Zeit. Und natürlich fragen sich viele gerade, in welchem Jahr man sich eigentlich angesichts der vielen Kriege und menschengemachter Krisen man sich gerade befindet. Der Albentitel ?0?? lässt einem da wohl bewusst im Unklaren - und auch ein wenig ratlos zurück... Musikalisch schließt das Album an den Vorgängeralben an, ohne jedoch zu einer Kopie zu werden. Die Songs klingen teilweise deutlich postpunkiger und düsterer als zuletzt, sind aber wieder hochprofessionel eingespielt. Da macht man dem Sextett nichts mehr vor. Alles klingt frisch und frech. Erst recht durch die textliche Versiertheit Peter Heins, der in meinen Augen einen der größten Poeten der deutschen Musikszene darstellt. Das auch hier wieder der rechtsdrehende Teil der Gesellschaft sein verdientes Fett abbekommt, sollte klar sein. Ein Grund mehr, war

Tau - Misneach // V. Ö.: 22.09.2022 || Glitterbeat

Zugegeben, das Gatefold-Cover der LP sprach mich nicht gerade an. Hat etwas von diesen handgezeichneten naiv-esoterischen Kunstwerken wie beispielsweise auf einigen Hawkwind-Alben. Aber das ist letztlich auch Geschmackssache. Wichtiger ist das, was nach dem Auflegen des Tonarms in die Rille aus den Boxen kommt. Und das kann sich sehen, bzw. hören lassen. Durchaus poppiger Psychedelic-Rock, der stellenweise richtig groovy klingt und sich im mittleren Verlauf des Albums mit gälisch-folkloristischer Intonation vermischt. Die klingt allerdings so einladend, das man sich an irgendeinem Lagerfeuer in den Weiten der irischen Insel wähnt. Nur um dann wieder den Bogen zurück zu schlagen. Für Menschen (wie mich), die immer auch einen Vergleich zu vorhandenen Bands benötigen, fallen mir als ersten Vergleich, wenn auch amerikanische Bands, die frühen Arcade Fire oder The Polyphonic Spree ein. Meinen ersten, recht oberflächlichen Eindruck anhand des Covers muß ich allerdings komplett revidieren -