Faces von Kateryna Kravchenko und Arthur Clees gehört zu den Alben, die weniger auftreten als vielmehr erscheinen. Das Debüt des ukrainisch-luxemburgischen Duos bewegt sich fernab klassischer Jazzkonventionen und entwickelt aus der ungewöhnlichen Kombination von Stimme und Vibraphon eine stille, beinahe schwebende Intensität. Was zunächst reduziert wirkt, entfaltet mit zunehmender Laufzeit eine bemerkenswerte emotionale Tiefe... Kravchenko, die sich bereits in der europäischen Jazz- und Improvisationsszene einen Namen als experimentierfreudige Sängerin zwischen zeitgenössischem Jazz, klassischer Vokalkunst und freier Improvisation gemacht hat, trifft hier auf den Vibraphonisten Arthur Clees, dessen Spiel weniger rhythmische Funktion übernimmt als vielmehr Räume öffnet. Gemeinsam erschaffen beide eine Musik, die eher Atmosphäre als Dramaturgie sucht – und gerade dadurch nachhaltig wirkt... Faces lebt von Transparenz, Klangfarben und kontrollierter Zurückhaltung. D...
Es gibt Alben, die sich jeder schnellen Kategorisierung entziehen. 1, das Debüt von mACHT, gehört genau in diese Sorte. Die Verbindung zur legendären Solinger Punk-Institution S.Y.P.H. ist dabei mehr als nur Fußnote: Nach den gescheiterten Sessions eines geplanten S.Y.P.H.-Albums formierte sich aus Teilen der Beteiligten schließlich mACHT. Das hört man dieser Platte an — allerdings nicht als nostalgischen Rückgriff, sondern als bewusst offene Fortschreibung deutscher Postpunk- und Avantgarde-Traditionen... 1 funktioniert weniger über klassische Songs als über Zustände. Repetition, Spoken-Word-Elemente, stoische Rhythmen und schroff eingesetzte Gitarrenflächen erzeugen eine eigentümliche Spannung zwischen Krautrock, Industrial, No Wave und improvisierter Kunstmusik. Gerade „Löffelvoller Groschen“ setzt dafür früh den Ton: mantraartig, sperrig, hypnotisch. Die Band verweigert eingängige Dramaturgien fast demonstrativ, ohne dabei beliebig zu wirken. Hinter der vermeintlic...