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Tiwayo - Outsider [VÖ: 10.04.2026 |Record Kicks | Vinyl/CD/Digital]

Mit "Outsider" erscheint ein frisches neues Album von Tiwayo, einem französischen Songwriter, der musikalisch im Spannungsfeld von Soul, Gospel, Jazz und Folk zuhause ist und mittlerweile durchaus auf einige Erfahrung und Veröffentlichungen verweisen kann. An mir persönlich ist das leider völlig vorbeigegangen. Umso überraschender nun, als ich mir das neue Album zum ersten Mal angehört habe, das hier alles andere als ein Newcomer am Werk ist. Schon nach wenigen Takten wird klar, dass hier kein Retro-Revival im engeren Sinne stattfindet, sondern eine sehr persönliche Auslegung von Soul, Blues und Gospel. Verantwortlich für den klanglichen Rahmen ist Adrian Quesada, bekannt durch seine Band Black Pumas, dessen Handschrift sich subtil, aber prägend durch das gesamte Album zieht...  Die Produktion setzt auf warme Analogästhetik, zurückgenommene Arrangements und ein feines Gespür für Dynamik. Statt opulenter Bläsersektionen oder überladener Orchestrierung dominieren hi...
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Totally Expressiv: Selah Sue And The Gallands - Movin' || VÖ: 20.03.2026, Because Music

Mit Movin’ liefern Selah Sue & The Garlands ein Album ab, das sich spürbar aus dem Bauch heraus entwickelt – roh, direkt und gleichzeitig erstaunlich präzise in seiner Wirkung. Die Belgierin, die seit ihrem Debüt für eine sehr eigene Mischung aus Soul, Pop und einer lmehr als nur leichten Indie-Kante steht, geht hier einen Schritt weiter: nichts unnötig glattpoliert, dafür mit mehr Kante. Schon die ersten Tracks machen klar, dass es hier nicht um nostalgischen Retro-Soul geht, sondern um eine moderne, selbstbewusste Interpretation, die sich auch rockigen Momenten nicht verschließt. Gerade diese Reibung macht den Reiz aus – mal volle Fahrt voraus, mal zurückgenommen...  Die Arrangements wirken kompakter als auf früheren Veröffentlichungen, fast bandorientiert gedacht, was dem Album eine spürbare Live-Energie verleiht. Gitarren bekommen mehr Raum, die Rhythmussektion arbeitet erdiger, und darüber legt sich Selah Sues Stimme, die nach wie vor ihr stärkstes Instrument b...

Nubiyan Twist - Chasing Shadows [Strut Records VÖ: 20.03.2026]

Mit Chasing Shadows legen Nubiyan Twist früh im Jahr 2026 die Messlatte hoch und ein Album vor, das sich einmal mehr konsequent zwischen den Stühlen bewegt – und genau daraus seine Stärke zieht. Die Londoner Formation, die sich seit Jahren als eines der spannendsten Kollektive im Spannungsfeld aus Jazz, Afrobeat, Soul und elektronischen Einflüssen etabliert hat, bleibt auch hier ihrer Linie treu: Vielschichtigkeit statt Schublade, Groove statt Dogma...  Schon nach wenigen Takten wird klar, dass Chasing Shadows ein echter Durchstarter ist. Die Arrangements sind dicht, aber nie überladen. Bläserlinien greifen organisch in polyrhythmische Strukturen, während die Rhythmusgruppe ein Fundament legt, das gleichermaßen präzise wie elastisch wirkt. Es ist dieser typische Nubiyan-Twist-Sound, der sich nicht aufdrängt, sondern entwickelt – Stück für Stück, Schicht für Schicht. Gerade auf Vinyl entfaltet sich diese Dynamik besonders eindrucksvoll. Die Wärme der Produktion unterstre...

Lee Morgan - City Lights [Tone Poet Vinyl Edition Blue Note] | VÖ:02.02.2026 (Original 1957) |

L ee Morgan gehört zu den Trompetern, deren Ton man nach wenigen Takten erkennt – scharf konturiert, zugleich warm und voller Selbstverständlichkeit. „City Lights“, ursprünglich 1957 eingespielt und nun als Tone-Poet-Pressung von Blue Note neu aufgelegt, ist dabei weniger ein lautes Statement als vielmehr eine elegante, fast schon beiläufig wirkende Demonstration seiner Klasse. Dieses Album lebt nicht von Effekthascherei, sondern von Haltung, Timing und einem tiefen Verständnis für Raum... Schon der Opener macht klar, dass hier keine überhitzte Hard-Bop-Session zu erwarten ist, sondern ein Set, das sich Zeit nimmt. Morgan phrasiert mit einer Gelassenheit, die man eher mit späteren Aufnahmen verbindet. Die Arrangements sind reduziert, aber nie karg – vielmehr entsteht eine intime Clubatmosphäre, in der jede Note Gewicht bekommt. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel innerhalb der Band: Die Rhythmusgruppe agiert zurückhaltend, aber hochpräzise, während die Bläserlinien si...

Disco sucks? Nö! Herr Wade -Happy Blues || VÖ: 2026 – Germany, CD, Album, Limited Edition Bureau Platiruma!!! – PLA056

Herr Wade dreht mittlerweile nicht mehr nur am Kabel, sondern spürbar an der Disco-Kugel – und genau darin liegt die große Stärke vom neuen Album "Happy Blues". Dieses Album verweigert sich der Beliebigkeit einer bloßen Tracklist; es entfaltet sich vielmehr als geschlossener ästhetischer Kosmos. Hier fließen Indiepop, Britpop und ein spürbarer, fast physischer Rave-Impuls so organisch ineinander, dass sie sich gegenseitig in neue Höhen treiben. Dabei ist die Verbeugung vor der Ära von Factory Records und dem Geist der Hacienda kein bloßer Nostalgie-Trip. Madchester dient hier nicht als dekorative Retro-Tapete, sondern als das massive strukturelle Fundament, auf dem diese moderne Architektur ruht... Das hochfrequente Gespann Voss & Åleskjaer hat sich über die letzten Veröffentlichungen hörbar weiteremanzipiert und verdichtet seinen Ansatz nun zu einer Produktion, die gleichermaßen druckvoll wie detailverliebt ist. Die rhythmischen Strukturen sind teilweise über...

This Is DJ’s Choice, Vol. 6 - Oonops & 2b Fuzzy [Unique Records, VÖ: 20.03.2026]

Wenn man sich lange genug mit kuratierten Compilations beschäftigt, weiß man - die wirklich guten erkennt man nicht daran, dass sie möglichst viele große Namen versammeln, sondern daran, dass sie wie ein gut gespieltes DJ-Set funktionieren. Genau hier setzt „This Is DJ’s Choice, Vol. 6“, zusammengestellt von 2b Fuzzy und Oonops, an – und trifft erstaunlich präzise ins Schwarze...    Die Reihe selbst ist kein unbeschriebenes Blatt, aber mit dieser Ausgabe wird wieder mal klar, worum es ursprünglich geht – Tanzbarkeit ohne Beliebigkeit. Zwei Persönlichkeiten und äusserst kompetente Musik-Coinasseure. Zwei Handschriften, ein gemeinsamer Nenner...  Oonops übernimmt die A-Seite der Vinyl-Scheibe und eröffnet mit einer spürbaren Affinität zu warmen, organischen Grooves, die sich irgendwo zwischen Soul, Jazz-Funk und globalen Einflüssen verorten lassen. Tracks wie „Planet E.“ von Linski oder „Shoulders Of Love“ von Pat Van Dyke & Zac Colwell haben diese seltene Q...