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Posts mit dem Label "Jazz" werden angezeigt.

Lettuce – Cook (03.12.2025, Lettuce Records)

Wer Lettuce seit den frühen Tagen zwischen Rage! und der jazzig ausgefransten Live-Energie der letzten Jahre verfolgt, weiß: Diese Band denkt Funk nicht als Retro-Schablone, sondern als bewegliche Architektur. Das Sextett aus dem US-„Organic Grooves“-Kosmos hat sich über zwei Jahrzehnte vom Jam-Institutionalismus zur hochpräzisen Groove-Maschine entwickelt – ohne den Schweißfilm zu verlieren. Cook wirkt dabei wie ein bewusst gesetzter Album-Entwurf: kompakter, songorientierter, aber mit genügend Luft für Improvisations-Aromen...  Auf Vinyl (als 2LP in mehreren Varianten erhältlich) funktioniert Cook besonders gut, weil die Dramaturgie in vier Akte zerfällt: kurze, skizzenhafte „Sesshins“-Miniaturen wirken wie Schnittbilder zwischen den Hauptgerichten. Das gibt dem Album Flow, ohne in Beliebigkeit zu kippen. Klanglich ist das eine moderne Lettuce-Produktion: tief gestaffelter Bass, pointierte Drums, eine Bläsersektion, die nicht nur Akzente setzt, sondern Hooks schre...

Ken McIntyre With Eric Dolphy – Looking Ahead (25.07.2025, Prestige/New Jazz – OJC Series)

Manche Debüts wirken im Rückspiegel wie eine Weggabelung – nicht, weil sie laut „Revolution“ rufen, sondern weil sie eine neue Grammatik andeuten. Looking Ahead gehört genau in diese Kategorie: aufgenommen am 28. Juni 1960 im Van-Gelder-Studio in Englewood Cliffs und Anfang 1961 auf New Jazz veröffentlicht, produziert von Esmond Edwards. Das Album dokumentiert Ken McIntyre in einem Moment, in dem Kompositionsdisziplin und die aufbrechende Sprache der frühen 60er nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich gegenseitig schärfen...  McIntyre (später aka Makanda) war nie „nur“ Altsaxofonist: als Multiinstrumentalist und Komponist – und später als prägender Pädagoge, der u. a. 1971 an der SUNY Old Westbury ein African American Music Program gründete – denkt er strukturell, ohne die Spontaneität zu beschneiden. Eric Dolphy wiederum war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Art Katalysator: ein Multiinstrumentalist, der auf Alto, Flöte und vor allem Bassklarinette das Vokabular de...

Havanna bei Nacht: Roberto Fonseca & Vincent Segal - Nuit Parisienne à La Havane [Artwork Records / VÖ: 30.01.2026]

„Besuchen Sie Havanna, solange es noch steht“ … In Abwandlung des 80er-NDW-Hits der Band Geiersturzflug und der derzeitigen Weltlage um die Ambitionen des zwar geistig auf dem Niveau eines Vorgartenzwergs feststeckenden, aber im Besitz geballter militärischer Macht befindlichen orangenen Imperators aus dem Weißen Haus ist diese Frage gar nicht so unberechtigt und eigentlich auch nicht so lustig, wie es sich hier anhören soll. Aber genug des Exkurses, den ich mir hier nicht verkneifen konnte. Also Stichwort: Eine Pariser Nacht in Havanna … Der kubanische Pianist Roberto Fonseca, bekannt als ein ehemaliges Mitglied des Buena Vista Social Clubs und diverser Kollaborationen mit zum Beispiel Herbie Hancock, Esperanza Spalding oder auch Gilles Peterson, hat sich mit dem renommierten französischen Cellisten Vincent Segal, der bereits auch Zusammenarbeiten mit Elvis Costello und Ibrahim Maalouf vorweisen kann, zusammengeschlossen und diesen intimen musikalischen Dialog geschaffen …...

Mark Pringle - New Customers [VÓ: 12.12.2025 || Boomslang Records]

"Oh, Alien Sex Fiend machen jetzt Jazz" - das war mein erster Gedanke beim ersten Hören des Titeltracks von Mark Pringles neuen Album "New Customers". Und das ist durchaus nicht negativ gemeint, denn ich liebe Alien Sex Fiend, und ich liebe Jazz. In nahezu allen Ausprägungen. Und eben auch wenn es sich, wie in diesem Fall, meiner Ansicht nach schon um schwer verdauliche Kost handelt, die ich eher in den Bereich Kunstmusik buxieren würde. So eine Scheibe muß man hören wollen... Und gut! Da ist der britische Berliner mit seiner Crew bei mir doch genau auf den Richtigen gestoßen. In der richtigen Stimmung und mit der gleichen Chuzpe angetreten, wie die doch recht hochkarätig besetzte Formation, habe ich mich durch das von Ton zu Ton immer stimmiger werdende Werk treiben lassen. Irgendwas muß ja auch dran sein, an einem Musiker, der immerhin für den deutschen Jazzpreis nominiert wurde... Und in der Tat, fängt das Album irgendwann an, an meine musikempfindlic...

Deadeye - In Orbit [VÖ: 22.11.2025 | Budapest Music Center Records]

"In Orbit", bereits am 21.11.2025 veröffentlicht, ist Deadeyes dritte Veröffentlichung und wirkt wie ein Update der klassischen Hammond-Gitarre-Drums-Formel. Nicht als Retro-Statement, sondern als Labor, in dem Jazzrock-Energie, Delta-Blues-Schwere, britische Folk-Schatten und moderne Klassik ganz selbstverständlich zusammenfinden. Aufgenommen in Köln im Salon de Jazz und in Berlin gemastert, bleibt der Sound angenehm „in the room“. Viel Luft um die Hammond, eine Gitarre, die auch bei dichten Voicings nicht zum Teppich verklebt, und Drums, die Attack liefern, ohne Details plattzudrücken. Bei knapp 39 Minuten (38:53) entsteht ein Albumfluss, der weniger über „Themen“ als über Reibung funktioniert: kleine Tempowechsel, absichtsvoll kantige Übergänge, dann wieder Momente, in denen sich alles wie von selbst in eine dunkle, schwebende Ruhe zieht... Reinier Baas hat sich in der niederländischen Szene u.a. im Duo mit Ben van Gelder sowie in Projekten wie Bughouse/Paradox...

Johannes Arzberger – Rebirth (28. Nov 2025, Block Opera)

Johannes Arzbergers Rebirth ist kein bloßes Album, sondern moderner Jazz der radikal Grenzen auslotet und dabei bewusst genreübergreifend arbeitet. Auf den dreizehn Instrumentalstücken verschmilzt der in Braunschweig stationierte Pianist, Komponist und Produzent die organische Sprache des Jazz mit Elementen aus Hip-Hop, IDM und Trip-Hop, ohne den roten Faden seiner musikalischen Vision zu verlieren. Arzberger tritt hier auch durchaus - auch qualitativ - in die Fußstapfen von Kollegen des Formats Madlib... Wundern sollte dies eine nicht unbedingt, denn Arzberger, der auf eine solide klassische Ausbildung zurückblickt, hat jahrelange Erfahrung als Begleiter und Komponist u. a. für deutschsprachige Hip-Hop-Acts. Er nutzt auf Rebirth ein breit gefächertes Instrumentarium von Vintage-Synths über modulare Sounds bis zu perkussiven Texturen. Seine klanglichen Experimente entfalten eine bemerkenswerte Plastizität: feine Nuancen, Raumeffekte und subtile Texturverschiebungen lassen s...

Weltumspannendes aus Brasilien: Mauricio Fleury – Revoada (VÖ: 05.12.2025, Altercat Records)

Mauricio Fleurys Solo-Debüt „Revoada“ liest sich wie eine kluge, behutsam arrangierte Kartografie seiner musikalischen Wanderjahre – vom vibrierenden São Paulo via Berlin bis hin zu den Schallplattenhändler:innen Istanbuls. Weniger ein Album voll separater Kompositionen, als ein kohärenter Hörtrip: ein Groove-Jazz-Geflecht mit viel Soul, brasilianischer Tradition, melancholischem Psych-Gefühl und der Virtuosität, die man von dem früheren Afrobeat-Kollektiv Bixiga 70 kennt, deren Mitbegründer Fleury war...  Fleury, dominierend an Fender Rhodes, Hammond, Klavier und Synths, versteht sich als Digging-Künstler und Sammlerästhet — der Vinyl-Bewahrer (und selbst Sammler), der bei jeder Rille auf Geschichten hört und Werte sammelt. Dieses Gespür für Klang und Ästhetik durchzieht „Revoada“. Die Produktion wirkt warm, analog und räumlich — als ob das Album bewusst für das Vinylmedium konzipiert wurde. Die limitierte LP-Edition mit Artwork und OBI-Band macht das Kunstwerk kompl...

SML – How You Been (VÖ: 07.11.2025, International Anthem)

Mit "How You Been" legt das Los-Angeles-Quintett SML – Anna Butterss (Bass), Jeremiah Chiu (Synths), Josh Johnson (Saxofon), Booker Stardrum (Drums) und Gregory Uhlmann (Gitarre) – sein zweites Album vor, erneut auf dem Kuratoren-Label International Anthem. Statt klassischer Studiosessions arbeitet die Band wieder mit einem Collage-Ansatz: Mitschnitte verschiedener Shows werden im Nachhinein zu neuen Stücken zerlegt, montiert und verdichtet. Was beim Debüt noch nach kühner Versuchsanordnung klang, wirkt hier wie eine ausgebaute Methode – komplexer, aber zugleich intuitiver...  Musikalisch sitzt SML genau in jener Reibungszone, in der sich elektroakustischer Jazz, Postrock-Impulse und clubtaugliche Grooves gegenseitig befeuern. Die Stücke verschieben permanent die Perspektive: hyperaktive Rhythmen, gläserne Synthflächen, plötzlich aufflackernde Saxofonfiguren, Gitarren, die eher timbral als solistisch denken. Trotzdem bleibt das Ganze überraschend körperlich – kein...

Calamite zünden ihr Debüt – mit Haltung (VÖ: 05.12.2025, Label: Signal Source Music)

Das selbstbetitelte Debüt der Berliner Formation Calamite wirkt wie ein konzentriertes Destillat aus vier individuellen Klangpersönlichkeiten, die ihre Stärken nicht gegeneinander ausspielen, sondern miteinander verweben. Mit Mathilde Vendramin und Helena Montag stehen gleich zwei Stimmen im Zentrum, die jedoch weit mehr sind als reine Vocal-Front: Beide arbeiten intensiv mit Effekten, Texturen und klanglichen Schichtungen, die dem Album seine psychedelisch flirrenden Ränder verleihen. Gleichzeitig halten Paul Lapp am Bass, Synthesizer und mit eigener Stimme sowie Leon Griese am Schlagzeug das rhythmische und atmosphärische Fundament zusammen — ein Fundament, das erstaunlich variabel reagiert, mal pulsierend, mal fragil, mal fast bedrohlich organisch...  Die Warmtönigkeit des Albums verstärkt die schwebenden Stimmen, die oftmals wie zusätzliche Instrumente eingesetzt werden und sich mit Bassläufen, Synth-Flächen und einem ausgesprochen dynamischen Schlagzeugspiel zu ein...

It's the music that matters: "On A Roll Live" - Simon Oslender / Steve Gadd / Will Lee / Bruno Müller / Jakob Manz / Nils Landgren [2025 – Germany - Leopard]

Bereits 2024 hat es der Pianist und Hammond-Orgelspezialist Simon Oslender  mit "All That Matters", also quasi dem Studio-Vorläufer dieser Live-Scheibe, geschafft, für allgemeines Aufsehen zu sorgen und auf Platz 2 der 33rpmPVC.de-Jahresbestenliste zu klettern. Mit dem nun frisch erschienenen Live-Album "On A Roll – Live" (VÖ 07.11.2025, Leopard Records/Broken Silence) nicht nur seinen Traum vom Konzert mit den legendären Partnern von "All That Matters" verwirklicht, sondern zugleich ein Statement für Generationen übergreifenden Jazz-Groove abgegeben...  Begleitet wird er von zwei wirklichen Ikonen: Steve Gadd am Schlagzeug und Will Lee am Bass – ein Rhythmusduo, das seit Jahrzehnten für musikalisch herausragende Qualität steht. Komplettiert wird die Formation durch den brillianten Groove-Gitarristen Bruno Müller, dessen Beitrag hier gar nicht hoch genug geschätzt werden kann. Hinzu gesellen sich auf Gastbeiträgen mit Posaunist Nils Landgren (e...

Sanuyé - We All Become Stories (Label: SANUYÉ, VÖ: 29.08.2025)

Die Kölner Formation SANUYÉ veröffentlichte kürzlich mit We All Become Stories ein erstaunliches starkes Debüt, welches Jazz, Soul und Vocal-Jazz mit einer geschmeidigen Smooth-Pop-Note verbindet. Im Zentrum steht die charismatische Sängerin Katharina Koch, deren warme Stimme und präzise Phrasierung das Ensemble souverän anführt... Die musikalische Ausrichtung ist klar: hier gibt es kein wildes Improvisieren um der Technik willen, sondern durchkomponierte Songs mit Bedeutung – Groove und Melodie gehen Hand in Hand mit textlicher Tiefe. Laut Bandangaben entfalten sich „klar gezeichnete Konturen“, getragen vom „sanft groovenden Zusammenspiel der Instrumentalist:innen“...  Die Produktion wirkt bewusst reduziert, doch zugleich hochwertig – eine straighte Eleganz in der Klanggestaltung, die dem Album seine luftige, zugleich aber fesselnde Atmosphäre verleiht. Das Zusammenspiel von Bläsersektion, Rhythmusgruppe und Stimme schafft einen warmen Kosmos, in dem jede Note Platz ha...

Anne Paceo - Atlantis“ (VÖ: 29.08.2025 || Label Jusqu’à la nuit || Vinyl, CD, Digital

Anne Paceos „Atlantis“ erschien vor kurzem auf ihrem eigenen Label Jusqu’à la nuit und lotet die Reibung zwischen Jazz und tanzbarem Electro-Pop mit beeindruckender Souveränität aus. Die französische Schlagzeugerin und Komponistin, mehrfach mit den Victoires du Jazz ausgezeichnet und Chevalier des Arts et des Lettres, setzt auf klare Songstrukturen, federnde Grooves und ein szenisches Klangdesign, das Meer, Mythos und Gegenwart kunstvoll spiegelt... Paceo führt ihr Ensemble mit präzisem Drive und einer Stimme, die Wärme und Weite erzeugt, ohne Pathos. Synths, Bläser und Stimmen greifen ineinander wie Gezeiten: Melodien tragen, Beats treiben, Räume öffnen sich. Das Ergebnis ist ein kompaktes, knapp dreiviertelstündiges Album, das Club-Energie und Jazz-Feinsinn vereint – mitreißend, zugänglich, aber niemals gefällig. Ein Werk, das sich wiederholtem Hören aussetzt und dabei wächst... Dass „Atlantis“ auf Paceos eigenem Imprint erscheint, passt: künstlerische Kontrolle trifft kl...

Die Architektur der Resonanz: Simon Popp - Trio [VÖ : 17.10.2025 auf Squama Recordings]

Was in den ersten Sekunden wie die zögerliche Selbstfindung eines Klanges wirkt, entfaltet sich bald zu einer ergreifenden, besser noch zupackenden und mitreissend schönen Klangästhetik. Ich bin mir überhaupt nicht im Klaren darüber, wo ich diese Musik einsortieren soll. Also bleiben wir zunächst einfach mal beim Terminus "Musik"... Das Album „Trio“ von Simon Popp, erschien bereits am 17. Oktober 2025 auf dem mir persönlich bis dato unbekannten Label Squama Recordings. Gemeinsam mit den Schlagzeugern Sebastian Wolfgruber und Flurin Mück gestaltet er ein reines Schlagzeug- und Perkussionstrio („Trio“ im wahrsten Sinne) und erhebt damit das Rhythmusprinzip zur zentralen kompositorischen Idee... Die elf wie improvisiert wirkenden Stücke verbinden akustische Trommelarbeit mit elektronischen Texturen, asiatisch anmutenden Gongs und Singing Bowls und eröffnen Räume zwischen meditativer Intensität und impulsiver Dynamik.  Dabei bleibt das Ergebnis kein akademisches Exper...

Zwischen Jazz und Nippon-Ästhetik – FloFilz hebt mit Hagaki ab [VÖ: 12. 09.2025 | Melting Pot Music]

FloFilz verbindet auf Hagaki japanische Einflüsse, Hip-Hop-Beats und jazzige Eleganz zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk. Ein Album, das zeigt, wie international und detailverliebt die europäische Beatmaker-Szene längst geworden ist. Mit Hagaki (葉書, „Postkarte“) legt FloFilz, alias Florian Meier, ein Album vor, das seine Rolle als eine der prägenden Stimmen des europäischen Jazzy-Hip-Hop nicht nur bestätigt, sondern vertieft...  Schon das Artwork ist ein Ereignis: ein sorgfältig gestaltetes, detailverliebtes Cover mit integriertem illustrierten Booklet, ergänzt durch ein japanisch inspiriertes Obi-Band. Diese Gestaltung ist mehr als nur Verpackung – sie bildet eine sinnvolle Einheit mit der Musik...  Musikalisch entfaltet sich Hagaki als Balance aus feingliedrigen Breakbeats und geerdeten Hip-Hop-Grooves. Der jazzige Unterton, typisch für FloFilz, ist nicht Beiwerk, sondern Fundament. Und so entsteht ein Brückenschlag zwischen Beatkultur und Jazztradition – ein Span...

Nuyorican Soul: Die Geschichte von Masters at Work und der Latin House Revolution

Entdecke die faszinierende Geschichte von Nuyorican Soul - das legendäre Projekt von Masters at Work, das Latin House Music revolutionierte und die Clubkultur der 90er Jahre prägte...  Wenn New York tanzt In den pulsierenden Straßen von New York City entstand Mitte der 90er Jahre ein Musikprojekt, das die Grenzen zwischen Latin Jazz, Soulful House und Underground Dance Music für immer verwischen sollte. Nuyorican Soul war mehr als nur ein Album – es war eine kulturelle Revolution, die von zwei visionären Produzenten ins Leben gerufen wurde: Little Louie Vega und Kenny "Dope" Gonzalez, besser bekannt als Masters at Work...  Was als experimentelles Nebenprojekt begann, entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Latin House Alben aller Zeiten. Mit Kollaborationen von Jazz-Legenden wie Roy Ayers und Tito Puente bis hin zu House-Ikonen wie Jocelyn Brown schuf Nuyorican Soul einen Sound, der bis heute DJs und Produzenten weltweit inspiriert. Doch wie entstand diese...

Maurice Storrer Quartet - Foureign Language || VÖ: 22.08.2025 | Unit Records [Vinyl, CD, Digital / Contemporary Jazz]

  Mit "Foureign Language" präsentiert das Maurice Storrer Quartet sein Debütalbum auf dem renommierten Schweizer Label Unit Records und markiert damit einen bemerkenswerten Einstand in der europäischen Jazzlandschaft. Der aus Schaffhausen stammende Tenor-Saxophonist Maurice Storrer, der seine musikalische Ausbildung an der Hochschule Luzern absolvierte, etabliert sich mit diesem Werk als vielversprechende Stimme des zeitgenössischen Jazz. Das 2022 gegründete Quartett zelebriert auf "Foureign Language" einen Contemporary Jazz, der geschickt die Spannung zwischen kompositorischer Form und improvisatorischer Freiheit auslotet. Storrer, der als Komponist und Produzent des Albums fungiert, demonstriert dabei ein reifes Verständnis für Klangarchitekturen und dynamische Entwicklungen. Die bereits vorab veröffentlichten Singles "Aiming High" und "Night Out Walk" gaben bereits einen vielversprechenden Vorgeschmack auf Storrers kompositorische H...

Celebration-Time: HATTLER - Happy Birthday Baby [VÖ: Juni 2025 auf 36music]

Hellmut Hattler, der legendäre Bassist und Mitbegründer der Krautrock-Pioniere Kraan, feiert mit "Happy Birthday Baby" das 25-jährige Bestehen seines HATTLER-Projekts. Seit über vier Jahrzehnten prägt der Ulmer Musiker mit seiner charakteristischen weißen E-Bass die deutsche Musiklandschaft und gilt als einer der innovativsten Bassisten des Landes. Seine Zeit bei Kraan, die er 1971 gemeinsam mit den Wolbrandt-Brüdern gründete, legte das rhythmisch-melodiöse Fundament für seine späteren Projekte...  Das am 13. Juni 2025 erschienene Doppelalbum präsentiert sich als vielschichtiges Jubiläumswerk, das neue Kompositionen mit überarbeiteten Klassikern und Live-Aufnahmen verbindet. Die 17 Tracks spannen einen weiten Bogen von der euphorischen Titelmelodie über Anniversary-Versionen bewährter Stücke bis hin zu bislang unveröffentlichtem Material wie "Scion (Unreleased Version)". Klanglich überzeugt die Produktion durch ihren warmen, organischen Sound, der Hattle...

Von Innen nach Außen: Mikael Måni - Innermost. [VÖ: 20.06.2025 | Smekkleysa (Contemporary Jazz)]

Der isländische Gitarrist Mikael Måni, Gewinner der Islands Music Awards, präsentiert mit "Innermost" ein zutiefst persönliches drittes Album, das über das Label Smekkleysa erschienen ist. Das Werk bewegt sich gekonnt im Spannungsfeld zwischen poetischem Gitarren-Jazz und Folk und erzählt von Heranwachsen, Suchen und Erwachsenwerden... Die acht Kompositionen - von "The Raccoon and the Dog" bis "Gratitude" - sind von Månis musikalischen Helden inspiriert: Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Sigur Rós, Debussy und Bob Dylan. Besonders bemerkenswert ist seine Interpretation von "Birthday" der legendären isländischen Indie-Combo Sugarcubes um Sängerin Björk, während alle anderen Stücke Eigenkomositionen sind. Das Album zeigt auch deutliche Rock-Elemente, ohne dabei die charakteristische Klarheit und emotionale Tiefe eines Jazzalbums zu verlieren. Die Art, wie Måni instrumentale Geschichten erzählt, erinnert dabei an die großen Songpoeten... Seine...

Auf musikalischer Weltreise durch den Londoner Jazz: Kokoroko – Tuff Times Never Last [Brownswood Recordings | VÖ: 11.07.2025]

Das Londoner Jazz-Kollektiv Kokoroko , angeführt von den talentierten Musikern Sheila Maurice-Grey (Trompete/Flügelhorn/Gesang) und Onome Edgeworth (Perkussion), präsentiert mit „ Tuff Times Never Last “ ihr neuestes Werk. Veröffentlicht am 11. Juli 2025 über Brownswood Recordings , markiert dieses Album einen weiteren Höhepunkt in der Entwicklung der Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2014 die Grenzen des Afrobeat-Jazz neu definiert...  Sheila Maurice-Grey und Onome Edgeworth sind die kreativen Köpfe hinter Kokoroko. Ihre musikalische Reise begann 2014 in Kenia, wo sie sich während einer Kunstreise kennenlernten und die Vision für eine Band entwickelten, die traditionelle westafrikanische Klänge mit zeitgenössischem Jazz verbindet. Maurice-Grey, eine versierte Trompeterin und Sängerin, und Edgeworth, eine Perkussionistin mit einem tiefen Verständnis für Rhythmus, bilden das Herzstück des Kollektivs. Ihre gemeinsame Leidenschaft für die Musik und ihr Engagement für ...

Vertrauensvoll: Konstantin Kölmel Project feat. Nils Landgren - Confidence [VÖ: 20.06.2025 - Kölmel Konzepte]

Das Konstantin Kölmel Project , angeführt vom versierten Drummer Konstantin Kölmel, präsentiert mit „Confidence“ ein beeindruckendes Debütalbum, welches vom ersten Moment an Leben in die Bude und vor allem in die (mir persönlich manchmal auch zu verkopfte) deutsche Jazzszene bringt. Kölmel hat für dieses Projekt eine Band aus aufstrebenden, jungen Talenten der europäischen Jazzszene versammelt. Auch die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Funk- und Jazz-Posaunisten Nils Landgren, dessen "Red Horn" auf zwei Stücken zu hören ist, unterstreicht den in jeder Phase des Albums zu hörenden und vor allem hörenswerten hohen musikalischen Anspruch des Albums... „Confidence“ - veröffentlicht am 20. Juni 2025 - ist eine exzellente Fusion aus Funk, Jazz und Soul. Der Sound ist durchweg groovig und fesselnd, was das Album sowohl für Jazz-Kenner - sofern sie Groove nicht als Graus empfinden - als auch für Neueinsteiger äußerst zugänglich macht. Trotz seiner Eingängigkeit zeugt d...