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Zwischen Asphaltpoesie und Boombap-Untergrund - Harry Breast und die Rückkehr des echten Undergrounds

Es gibt Künstler, die um Aufmerksamkeit kämpfen. Und es gibt Künstler, die wirken, als würden sie Aufmerksamkeit eher misstrauisch betrachten. Harry Breast gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie...  Wer heute nach ihm sucht, findet keine glattpolierte Major-Label-Erzählung, keine aggressiv optimierte Social-Media-Maschine und keine kalkulierte Deutschrap-Karriere. Stattdessen stößt man auf verstreute Spuren: kleine Vinylauflagen, DIY-Ästhetik, Underground-Blogs, einzelne Videos, Szeneempfehlungen und eine Haltung, die sich demonstrativ gegen den stromlinienförmigen Deutschrap-Mainstream stellt... Dabei ist Harry Breast keineswegs bloß irgendein obskurer Lo-Fi-Rapper aus dem digitalen Schattenreich. Die inzwischen greifbare Diskografie zeigt vielmehr einen Künstler, der seit Jahren konsequent an einer eigenständigen Position innerhalb des deutschen Underground-Hip-Hop arbeitet. Zudem sind die Scheiben 1a produziert und klingen hervorragend. Bereits Veröffentlich...

Urban Pop aus Leipzig: Lot

Das in letzter Zeit wieder verstärkt deutsprachige Musik ins Zentrum des Popbewusstseins drängt, ist keine neue Kunde. Nun bin ich selbst auch niemand der ad-hoc darauf anspringt. Zu glattgebügelt kommen mir diese Tim Bendzkos daher, zu aufgesetzt die Rebellion gewisser Ex-Rapper, die es ebenfalls in diese Riege drängt. Von den Sidos und den ganzen Bushido-Epigonen ganz zu schweigen. Da wird´s dann auch eine Frage der (schlechten) Qualität. Ausnahmeerscheinungen wie beispielsweise Jan Delay oder auch Peter Fox, bilden da rühmliche Ausnahmen, die auch einen dieser Szenerie eher mit Abstand gegenüber stehenden Beobachter begeistern können. Nun ist mir da jemand aufgefallen, der durchaus das Zeug zu haben scheint, genau dort anzusetzen...