Es gibt Künstler, die sich mit jedem Album innerhalb eines einmal gefundenen Koordinatensystems weiterentwickeln. Und es gibt jene, die sich bewusst davon lösen. Kalia Vandever gehört inzwischen eindeutig zur zweiten Kategorie. Nach den kammermusikalisch geprägten Quartettarbeiten und den ersten Soloexperimenten markiert Mana keinen stilistischen Bruch, sondern eine konsequente Erweiterung ihrer musikalischen Sprache. Das Debüt für International Anthem führt verschiedene Entwicklungslinien zusammen und wirkt zugleich persönlicher als alles, was bislang unter ihrem Namen erschienen ist... Wer hier ein weiteres zeitgenössisches Jazzalbum erwartet, dürfte bereits nach wenigen Minuten feststellen, dass diese Einordnung nur bedingt trägt. Mana lebt von entschleunigten Klangräumen, in denen Posaune, Stimme, Elektronik und sparsam gesetzte Klavierfiguren miteinander verschmelzen. Vandever nutzt ihr Instrument längst nicht mehr ausschließlich als Melodieträger, sondern formt daraus...
Entlang meiner musikalischen Hörgewohnheiten, entstehen die interessantesten Platten oft nicht in millionenschweren Studios, sondern dort, wo Ideen wichtiger sind als Budgets oder möglicher Ertrag. Hinter The Interlaken Tapes steht Gorden Spangardt aus Bottrop, der sich mit einer Reihe von EPs bereits ein (noch) kleines, aber aufmerksames Publikum erspielt hat. Nach dem selbstbetitelten Debüt und der starken Mini-LP „2“ folgt nun mit DANCE das erste Full-length-Album des Projekts. Und es wirkt wie die logische Ausdehnung eines bereits klar erkennbaren musikalischen Kosmos... Der Titel lässt zunächst etwas anderes vermuten, als letztlich aus den Lautsprechern kommt. DANCE ist in erster Linie keine Platte für den Club (auch wenn selbst das nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann), sondern eher eine Sammlung von Bewegungsimpulsen zwischen Motorik, Melancholie und kontrollierter Schwerelosigkeit. Krautrock bildet dabei eins der Fundamente, doch Spangardt denkt dieses Er...