Wer Lettuce seit den frühen Tagen zwischen Rage! und der jazzig ausgefransten Live-Energie der letzten Jahre verfolgt, weiß: Diese Band denkt Funk nicht als Retro-Schablone, sondern als bewegliche Architektur. Das Sextett aus dem US-„Organic Grooves“-Kosmos hat sich über zwei Jahrzehnte vom Jam-Institutionalismus zur hochpräzisen Groove-Maschine entwickelt – ohne den Schweißfilm zu verlieren. Cook wirkt dabei wie ein bewusst gesetzter Album-Entwurf: kompakter, songorientierter, aber mit genügend Luft für Improvisations-Aromen... Auf Vinyl (als 2LP in mehreren Varianten erhältlich) funktioniert Cook besonders gut, weil die Dramaturgie in vier Akte zerfällt: kurze, skizzenhafte „Sesshins“-Miniaturen wirken wie Schnittbilder zwischen den Hauptgerichten. Das gibt dem Album Flow, ohne in Beliebigkeit zu kippen. Klanglich ist das eine moderne Lettuce-Produktion: tief gestaffelter Bass, pointierte Drums, eine Bläsersektion, die nicht nur Akzente setzt, sondern Hooks schre...
Für Fans der Berliner Shoegaze-Institution Monoland beginnt 2026 mit einem Höhepunkt: Nach nahezu zwei Jahrzehnten der Veröffentlichungspause kehrt die Band mit einer neuen EP zurück – bezeichnenderweise betitelt "First" . Die 1996 gegründete Formation machte einst mit ihrem selbstbetitelten Debüt und den Nachfolgern Cooning (2000) und Ben Chantice (2006) auf sich aufmerksam. Nun läutet First hörbar eine neue Schaffensphase ein – kein nostalgisches Revival, sondern eine konsequente Weiterentwicklung ihres Klangkosmos... Schon beim ersten Hören wird klar: Monoland knüpfen an ihre atmosphärisch dichten Soundlandschaften zwischen Shoegaze, Post-Rock und Indie-Pop an. Klingen 2026 aber gereifter und deutlich fokussierter denn je. Mächtige, in Hall getauchte Gitarrenwände und warme analoge Texturen verschmelzen mit subtilen elektronischen Schichten zu einem vielschichtigen Klanggewebe voller Weite und Melancholie. Produziert wurde die Scheibe im Berliner Studio von He...