Mit Movin’ liefern Selah Sue & The Garlands ein Album ab, das sich spürbar aus dem Bauch heraus entwickelt – roh, direkt und gleichzeitig erstaunlich präzise in seiner Wirkung. Die Belgierin, die seit ihrem Debüt für eine sehr eigene Mischung aus Soul, Pop und einer lmehr als nur leichten Indie-Kante steht, geht hier einen Schritt weiter: nichts unnötig glattpoliert, dafür mit mehr Kante. Schon die ersten Tracks machen klar, dass es hier nicht um nostalgischen Retro-Soul geht, sondern um eine moderne, selbstbewusste Interpretation, die sich auch rockigen Momenten nicht verschließt. Gerade diese Reibung macht den Reiz aus – mal volle Fahrt voraus, mal zurückgenommen... Die Arrangements wirken kompakter als auf früheren Veröffentlichungen, fast bandorientiert gedacht, was dem Album eine spürbare Live-Energie verleiht. Gitarren bekommen mehr Raum, die Rhythmussektion arbeitet erdiger, und darüber legt sich Selah Sues Stimme, die nach wie vor ihr stärkstes Instrument b...
Mit Chasing Shadows legen Nubiyan Twist früh im Jahr 2026 die Messlatte hoch und ein Album vor, das sich einmal mehr konsequent zwischen den Stühlen bewegt – und genau daraus seine Stärke zieht. Die Londoner Formation, die sich seit Jahren als eines der spannendsten Kollektive im Spannungsfeld aus Jazz, Afrobeat, Soul und elektronischen Einflüssen etabliert hat, bleibt auch hier ihrer Linie treu: Vielschichtigkeit statt Schublade, Groove statt Dogma... Schon nach wenigen Takten wird klar, dass Chasing Shadows ein echter Durchstarter ist. Die Arrangements sind dicht, aber nie überladen. Bläserlinien greifen organisch in polyrhythmische Strukturen, während die Rhythmusgruppe ein Fundament legt, das gleichermaßen präzise wie elastisch wirkt. Es ist dieser typische Nubiyan-Twist-Sound, der sich nicht aufdrängt, sondern entwickelt – Stück für Stück, Schicht für Schicht. Gerade auf Vinyl entfaltet sich diese Dynamik besonders eindrucksvoll. Die Wärme der Produktion unterstre...