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33rpmPVC.de - Platten des Jahres 2022

Nachdem ich in den sozialen Netzwerken und diversen anderen Medien bereits die ein oder andere "Bestenliste" des Jahres 2022 bestaunen durfte und ich selber solche Listen anderer Leute unheimlich gerne lese (oder auch kritisiere, mich aufrege oder einfach mitfreue), versuche ich mich in diesem nun ausklingenden Bastard von einem Jahr ebenfalls an einer Bestenliste... In dieser Liste, von der ich zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Satzes nicht mal weiß, welchen Umfang ich ihr zukommen lasse, werde ich mich ausschließlich auf Neuerscheinungen aus 2022 begrenzen. Keine Re-Issues, keine Neuzugänge aus vergangenen Dekaden, die nun endlich in 2022 den Weg in meine Sammlung gefunden haben und keine nicht-physikalisch greifbaren Produkte. Also im Prinzip nur LP, CD oder MC. Dafür aber genreübergreifend. Dann mal los...  #15. The Comet Is Coming - Hyper-Dimensional Expansion Beam [Impulse!] Shabaka Hutchings landet mit seinem Raumschiff "Starship Electro-Jazz" auf dem Da...

Stephen's Ruin - Somewhere Else || 2022 || TMRecords

Nachdem mich das Corona-Biest daran gehindert hat, dem Release-Gig in Stephen Leech's Irish Pub Hilden beizuwohnen, hatte ich heute zum ersten Mal die neue LP von Stephen's Ruin auf dem Plattenteller. Und ich war und bin angenehm überrascht. Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Platte sogar ziemlich gut! Schöne Popsongs mit einem spürbaren, aber keineswegs penetranten 60er-Jahre-Touch, der an vielen Stellen sehr Beach Boys-lastig ist. Alles sehr eingängig. Man merkt schon, aus welcher "zuckrigen" Feder sie meist stammen. Und die Stimme des jungen Mr. Leech passt perfekt dazu. Ol' Daddy Stephen darf sich zusammen mit Stefan Theissen auf das Schreiben und Produzieren der wirklich tollen Songs konzentrieren, ohne selbst das Mikrofon in die Hand nehmen zu müssen. Da passt alles von vorne bis hinten. Mir gefällt's...

Lamda 77 - Music For Fantasy, Road Tripping & Day Dreaming [2022 | Q-Sounds Recording]

Gar nicht unbedingt so einfach, hier den Einstieg zu schaffen. Natürlich - der Begriff "Library Music" von dem ich an diversen Stellen im Vorfeld der Veröffentlichung von "Music for Fantasy, Day Dreaming & Road Tripping" gelesen habe, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Greift aber meines Erachtens deutlich zu kurz. Viel zu komplex sind die Tracks, die auf dem Album zu hören sind. Dies hier ist weit mehr als Produktionsmusik, auch wenn die Genrebezeichnung wohl ohnehin nicht mehr so ganz ernst als das zu nehmen ist, wofür sie ursprünglich geschaffen wurde. Das Album besteht aus einem Sammelsurium an Genre-Anleihen verschiedenster Prägung und lädt vielmehr dazu ein, dem Ganzen sehr intensiv zu lauschen und sich begeistern zu lassen, anstatt sich nur hintergründig zu  berieseln. Was allerdings natürlich auch fabelhaft funktioniert... Die Gast-Drummer und Percussionisten Lucas Kochbeck (u. a. Hamburg Spinners, Angels Of Libra) und Robert Weitkamp (u. a. Sta...

Dezron Douglas & Brandee Younger - Force Majeure [2020 - International Anthem]

Jetzt mal ehrlich! Was kann aus der Covid-Quarantäne-Ödnis entstehen, wenn man in den eigenen vier Wänden - vermutlich aus Langeweile - eine Platte aufnimmt? Mit einem Bass und einer Harfe? Ja, genau. Ein absolut meisterhaftes Jazz-Album! Und genau das haben Dezron Douglas & Brandee Younger getan. Einfach, weil sie es können - und weil sie fantastische Musiker sind, die hier ein ganz und gar ruhiges, aber spannendes Werk als Duo inszeniert haben. Besondere Coverversionen von besonderen Musikern, die allesamt Reminiszenzcharakter haben und doch in dieser Form eine neue Erfahrung für den Hörer bieten. Man begegnet Alice und John Coltrane, dem neuerdings anderen Pharoah Sanders, aber auch Sting oder Kate Bush, zum Beispiel. Und das alles in bewährter International Anthem - Qualität...

Fehlfarben - ?0?? // Tapete Records, 2022

Das Cover der vor kurzem erschienenen neuen Scheibe der Fehlfarben wirkt auf den ersten Blick doch verdammt dystopisch. Aber natürlich ist die Band damit auch auf der Höhe der Zeit. Und natürlich fragen sich viele gerade, in welchem Jahr man sich eigentlich angesichts der vielen Kriege und menschengemachter Krisen gerade befindet. Der Albentitel ?0?? lässt einem da wohl bewusst im Unklaren - und auch ein wenig ratlos zurück... Musikalisch schließt das Album an den Vorgängeralben an, ohne jedoch zu einer Kopie zu werden. Die Songs klingen teilweise deutlich postpunkiger und düsterer als zuletzt, sind aber wieder hochprofessionel eingespielt. Da macht man dem Sextett nichts mehr vor. Alles klingt frisch und frech. Erst recht durch die textliche Versiertheit Peter Heins, der in meinen Augen einen der größten Poeten der deutschen Musikszene darstellt. Das auch hier wieder der rechtsdrehende Teil der Gesellschaft sein verdientes Fett abbekommt, sollte klar sein. Ein Grund mehr, warum die We...