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Clyde Stubblefield: Der ungekrönte König des Funk und sein Vermächtnis im Hip-Hop


Ein Schlagzeuger, der die Musikgeschichte prägte

Clyde Stubblefield (1943–2017) war mehr als nur ein Drummer – er war ein Architekt des modernen Grooves. Sein ikonischer Beat in James Browns "Funky Drummer" (1970) wurde zur Grundlage unzähliger Hip-Hop-Klassiker und elektronischer Musikproduktionen. Doch obwohl sein Einfluss kaum zu überschätzen ist, blieb Stubblefield lange Zeit ein Hintergrundkünstler, dessen Name nur Eingeweihten geläufig war. Erst spät erhielt er die Anerkennung, die er verdiente – und bis heute gibt es Bestrebungen, ihn posthum in die Rock & Roll Hall of Fame aufzunehmen... 

Der Beat, der die Musik revolutionierte 

Stubblefields Spiel war geprägt von einer einzigartigen Mischung aus Präzision und lockerem Swing. Sein "Funky Drummer" Break – eine scheinbar einfache, aber geniale Abfolge von Snare, Bassdrum und Hi-Hat – wurde zum meistgesampleten Beat der Musikgeschichte. Künstler wie Public Enemy, N.W.A, Run-D.M.C., Prince und sogar Pop-Produktionen wie Janet Jackson und Britney Spears bauten seine Rhythmen in ihre Songs ein... 

Ein Break ist nicht nur ein rhythmisches Muster, sondern eine Blaupause für modernes Beatmaking. Hip-Hop-Produzenten wie Marley Marl, DJ Premier und Dr. Dre nutzten ihn als Fundament für ihre Tracks. Ohne Stubblefield gäbe es keinen "Straight Outta Compton"-Beat, keinen "Fight the Power"-Groove und keinen "Let Me Ride"-Flow... 

Der vergessene Pionier: Kampf um Anerkennung 

Trotz seines immensen Einflusses erhielt Stubblefield jahrzehntelang keinerlei finanziellen Vergütungen für die Samples seines Spiels. Da Sampling in den 1980er und 1990er Jahren oft ohne Lizenzierung erfolgte, ging er leer aus – während andere mit "seinem" Beat Millionen verdienten. Erst spät begannen Medien und Musikhistoriker, seine Rolle angemessen zu würdigen. Das harte Los so vieler musikalischer Pioniere... 

In den letzten Jahren gab es mehrere Initiativen, Stubblefield in die Rock & Roll Hall of Fame aufzunehmen. Unterstützer argumentieren, dass sein Beitrag zur modernen Musik genauso bedeutend ist, wie der von eingetragenen Legenden wie John Bonham (Led Zeppelin) oder Keith Moon (The Who). Doch während diese für ihr rockiges Spiel gefeiert werden, blieb Stubblefields funkige Präzision lange Zeit unterbewertet... 

Ein Vermächtnis, das weiterlebt 

Clyde Stubblefield starb 2017 nach einem langem Krebsleiden. Doch sein Beat lebt weiter – in unzähligen Songs, in den Erbanlagen des Hip-Hop und in den Übungsräumen ambitionierter Drummer weltweit. Seine Geschichte ist auch eine über künstlerische Wertschätzung und Gerechtigkeit im Musikbusiness... 

Sollte die Rock & Roll Hall of Fame ihn eines Tages ehren, wäre das nicht nur eine späte Genugtuung, sondern eine längst überfällige Anerkennung für einen Mann, der die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts massiv geprägt hat. Clyde Stubblefield war nicht nur James Browns Drummer – er war der lange unsichtbare Groove-Meister hinter der modernen Musik...