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A Southern Soul: Der Englische Garten - Bei Tag und Nacht // Tapete Records // VÖ: 13.3.2020

Nun macht sich die südliche Metropole München also doch nochmal auf, der nördlichen - Hamburg - musikalisch endlich mal wieder ein Pendant entgegenzusetzen. Sicher verbietet sich ein direkter Vergleich beispielsweise mit der Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen, aber ganz von der Hand zu weisen ist der Ansatz nicht. Das beide Bands nun gemeinsam beim Hamburger Label Tapete Records untergebracht sind, kann dabei kein Zufall sein. Dabei hat die Münchner Band "Der Englische Garten" schon einige Jahre musizierend auf dem Planeten verweilt, aber in den letzten Jahren dann doch etwas durch mediale Abwesenheit geglänzt. Jenes allerdings, was da jetzt in Form des neuen Albums "Bei Tag Und Nacht" auf die deutsche Musiklandschaft zurollt, lässt sich nicht mehr stoppen. Am 13. März erscheint ein Album der absoluten Extraklasse für welches vermutlich hierzulande eine neue Kategorie erschaffen werden muß...

Großartige Pop-Hymnen die so viele Assoziationen wecken, das eine genaue Verortung
schlichtweg kaum möglich ist. Vorweg erkennt man hier schnell eine melodiöse Grundstimmung, die mit einem deutlichen Fingerzeig in Richtung der ehrwürdigen Mersey-Metropole im Nordwesten Englands aufwartet. Allein darauf kann man die Songs der Band um die Bandgründer Axel Koch und Bernd Hartwich (ehemalig bei den Münchner Mod-Veteranen von den Merricks) aber nicht reduzieren. Zu abwechslungsreich ist diese Melange aus fein austariertem souligem Indie-Pop, mit Anleihen aus Ska, Bossa Nova, Powerpop und immer wieder Anspielungen an die Dexy’s oder auch The Style Council, sowie der Einschlagskraft beatleesquer Pop-Songs. Ebenso gut wie der Sound sind aber allemal die Lyrics, die in einer Güteklasse mit denen von Pop-Epikern wie beispielsweise Bernd Begemann, Carsten Friedrichs, Peter Hein oder auch Michael Girke anzusiedeln sind und einen einigermaßen gebannt lauschen lassen. Man will unweigerlich zuhören - wie bei einem fesselnden Hörbuch mit Ohrwurm-Soundtrack. Dieses grandiose Album zieht einen gewaltig und unweigerlich in seinen Bann und wird hoffentlich auch im Land der Chart-Katastrophen einigermaßen abräumen. Zudem ist es ein geschlossenes Werk ohne jeden Ausfall. Und wenn auch nicht wirklich ein Stück komplett herausragt, eben weil alle ein hohes Niveau bieten, ist mir zumindest schon mal eine Textzeile hängen geblieben:

"Gestern war der Tag als die Welt brannte, heute legt sich langsam der Rauch..." (Neue Landkarte)

Als ob man vorab schon was von den Thüringer Ereignissen der letzten Tage vorgeahnt hätte. Sei´s drum. Diese Scheibe ist ein Pflichtkauf...

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*** Eine sehr traurige und schockierende Nachricht erreichte uns kurz vorm Release Date:  Bassist und Szenegröße Bernd Hartwich ist zwei Tage vor der Veröffentlichung in Folge einer Krebserkrankung im Alter von 53 Jahren gestorben...***








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