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Es werden Posts vom 2026 angezeigt.

Zwischen Asphaltpoesie und Boombap-Untergrund - Harry Breast und die Rückkehr des echten Undergrounds

Es gibt Künstler, die um Aufmerksamkeit kämpfen. Und es gibt Künstler, die wirken, als würden sie Aufmerksamkeit eher misstrauisch betrachten. Harry Breast gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie...  Wer heute nach ihm sucht, findet keine glattpolierte Major-Label-Erzählung, keine aggressiv optimierte Social-Media-Maschine und keine kalkulierte Deutschrap-Karriere. Stattdessen stößt man auf verstreute Spuren: kleine Vinylauflagen, DIY-Ästhetik, Underground-Blogs, einzelne Videos, Szeneempfehlungen und eine Haltung, die sich demonstrativ gegen den stromlinienförmigen Deutschrap-Mainstream stellt... Dabei ist Harry Breast keineswegs bloß irgendein obskurer Lo-Fi-Rapper aus dem digitalen Schattenreich. Die inzwischen greifbare Diskografie zeigt vielmehr einen Künstler, der seit Jahren konsequent an einer eigenständigen Position innerhalb des deutschen Underground-Hip-Hop arbeitet. Zudem sind die Scheiben 1a produziert und klingen hervorragend. Bereits Veröffentlich...

Retro-Soul und tropische Nachtstimmung: Thee Marloes – Di Hotel Malibu (Big Crown Records, 2026)

Mit Thee Marloes hat Big Crown Records in den vergangenen Jahren eine Band aufgebaut, die sich erstaunlich selbstverständlich zwischen klassischem Soul, südostasiatischen Pop-Einflüssen und moderner Vintage-Ästhetik bewegt. Di Hotel Malibu wirkt dabei wie eine konsequente Weiterentwicklung des Sounds, den die Gruppe bereits auf früheren Singles und EPs angedeutet hatte: warm, analog und voller kleiner Details, die sich oft erst nach mehreren Durchläufen entfalten...  Viele Stücke besitzen diese leicht verschwommene, fast nächtliche Eleganz, wie man sie von alten Soul- und Exotica-Produktionen kennt. Gerade die Kombination der weichen Grooves, federnden Bassläufen und angenehm zurückgenommenen Produktion verleiht Di Hotel Malibu eine beinahe organische Wirkung. Die Arrangements bleiben dabei bewusst transparent und locker...  Besonders gelungen ist, wie selbstverständlich hier unterschiedliche Einflüsse ineinandergreifen. Westcoast-Soul, Funk, indonesischer Pop und ...

Musik wie ein langsamer Atemzug: Hypnotische Improvisationen zwischen Jazz, Ambient und Groove - JEFF PARKER ETA IVtet – Happy Today (International Anthem Recording Company, 15.05.2026)

Mit dem ETA IVtet hat sich Gitarrist Jeff Parker in den vergangenen Jahren eine der interessantesten und zugleich unaufgeregtesten Formationen des zeitgenössischen US-Jazz aufgebaut. Nach den beiden vielbeachteten Veröffentlichungen Mondays At The Enfield Tennis Academy und The Way Out of Easy wirkt Happy Today nun weniger wie ein nächster Karriereschritt als vielmehr wie eine weitere Verdichtung einer bereits sehr klar definierten musikalischen Idee. Das Quartett bleibt dabei seinem Ansatz treu: improvisationsbasierte Musik, die Offenheit zulässt, ohne jemals beliebig zu wirken... Aufgenommen wurde das Album live im Lodge Room in Los Angeles – ein Umstand, den man dieser Veröffentlichung permanent anhört. Happy Today lebt von Räumen, von Luft zwischen den Tönen und von jener fast schwer erklärbaren Kommunikation, die nur Bands entwickeln, die lange gemeinsam spielen. Parker, Josh Johnson, Anna Butterss und Jay Bellerose agieren hier weniger als klassische Jazzformation den...

Gefährlich, dilettantisch, großartig. Und mehr als Deutschpunk: „Angriff aufs Schlaraffenland - Ein Deutschpunk Mixtape“ gräbt tief in den wilden Widersprüchen der Subkultur - (2026 | Tapete Records [Doppelalbum, VÖ: 22.05.2026] / Ventil Verlag [Buch, Jonas Engelmann (Hg.) VÖ: 22.05.2026])

Geschichte zu erklären, gerade die des Phänomens "Punk", gab es bereits viele. Dabei gute und schlechte. Und es gibt solche, die Geschichte wieder atmen lassen. „Angriff aufs Schlaraffenland“ gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Das Projekt – bestehend aus dem gleichnamigen Doppelalbum auf Tapete Records und dem begleitenden Buch aus dem Ventil Verlag – ist weder nostalgische Deutschpunk-Verklärung noch akademische Rückschau aus sicherer Distanz. Eher fühlt sich das Ganze an wie ein großer, leicht chaotischer WG-Küchentisch voller alter Singles, Fanzines, Konzertzettel, Diskussionen und Erinnerungen. Genau darin liegt die Stärke dieses Projekts... Wer Anfang oder Mitte der Achtziger selbst irgendwie mit Punk, Postpunk, NDW-Untergrund oder den schrägen Randbereichen zwischen besetzten Häusern und Dorfpunk, AJZs und Schützenhallen, Tape-Szene, Plattenläden und linken Jugendzentren sozialisiert wurde, erkennt hier sehr schnell etwas wieder, das in viele...

Kateryna Kravchenko & Arthur Clees – Faces (Unit Records, 10.04.2026)

Faces von Kateryna Kravchenko und Arthur Clees gehört zu den Alben, die weniger auftreten als vielmehr erscheinen. Das Debüt des ukrainisch-luxemburgischen Duos bewegt sich fernab klassischer Jazzkonventionen und entwickelt aus der ungewöhnlichen Kombination von Stimme und Vibraphon eine stille, beinahe schwebende Intensität. Was zunächst reduziert wirkt, entfaltet mit zunehmender Laufzeit eine bemerkenswerte emotionale Tiefe...  Kravchenko, die sich bereits in der europäischen Jazz- und Improvisationsszene einen Namen als experimentierfreudige Sängerin zwischen zeitgenössischem Jazz, klassischer Vokalkunst und freier Improvisation gemacht hat, trifft hier auf den Vibraphonisten Arthur Clees, dessen Spiel weniger rhythmische Funktion übernimmt als vielmehr Räume öffnet. Gemeinsam erschaffen beide eine Musik, die eher Atmosphäre als Dramaturgie sucht – und gerade dadurch nachhaltig wirkt...  Faces lebt von Transparenz, Klangfarben und kontrollierter Zurückhaltung. D...

Die Schönheit des Unbequemen: mACHT – 1 (Crocodile Tears Records, 23.06.2023)

Es gibt Alben, die sich jeder schnellen Kategorisierung entziehen. 1, das Debüt von mACHT, gehört genau in diese Sorte. Die Verbindung zur legendären Solinger Punk-Institution S.Y.P.H. ist dabei mehr als nur Fußnote: Nach den gescheiterten Sessions eines geplanten S.Y.P.H.-Albums formierte sich aus Teilen der Beteiligten schließlich mACHT. Das hört man dieser Platte an — allerdings nicht als nostalgischen Rückgriff, sondern als bewusst offene Fortschreibung deutscher Postpunk- und Avantgarde-Traditionen...  1 funktioniert weniger über klassische Songs als über Zustände. Repetition, Spoken-Word-Elemente, stoische Rhythmen und schroff eingesetzte Gitarrenflächen erzeugen eine eigentümliche Spannung zwischen Krautrock, Industrial, No Wave und improvisierter Kunstmusik. Gerade „Löffelvoller Groschen“ setzt dafür früh den Ton: mantraartig, sperrig, hypnotisch. Die Band verweigert eingängige Dramaturgien fast demonstrativ, ohne dabei beliebig zu wirken. Hinter der vermeintlic...

Zwischen Stillstand und leiser Bewegung - Provinz als Zustand: Maik Brüggemeyer – Wie jeder weiß, ist das hier das Nirgendwo (Ventil Verlag, 2025)

Maik Brüggemeyer ist kein Autor, der sich hinter stilistischen Manierismen versteckt. Bekannt geworden als präziser Beobachter von Popkultur und Musik – unter anderem für Magazine wie Rolling Stone oder Die Zeit – bringt er in seinem literarischen Debüt genau diese analytische Schärfe mit, ohne gleich ins Dozierende abzurutschen. Stattdessen schreibt er mit einer beiläufigen Souveränität, die aus eigener Erfahrung gespeist ist. Journalistisch geschult, aber literarisch verdichtet. Brüggemeyer versteht Rhythmus, nicht nur in Musik, sondern prächtigerweise für alle Leser auch im Erzählen...  "Wie jeder weiß, ist das hier das Nirgendwo" ist ein Roman, der sich bewusst gegen große Gesten entscheidet. Stattdessen entfaltet er seine Wirkung über Atmosphäre, über das Unausgesprochene, über Zwischenräume. Der Schauplatz – eine westdeutsche Provinz, die gleichermaßen vertraut wie entrückt wirkt – ist dabei weniger Kulisse als Zustand. Hier verdichtet sich ein Lebensgefühl ...

Klassiker von 1969: Santana – Santana (Columbia Records, August 1969)

Es gibt Debüts, die ein Versprechen formulieren – und es gibt solche, die ein ganzes Genre neu definieren. Santana gehört klar zur zweiten Kategorie. Was hier 1969 erscheint, ist kein sauber kalkuliertes Studioalbum, sondern ein organisch gewachsener Klangkörper: eine Band, die Rhythmus nicht begleitet, sondern zelebriert. Der entscheidende Punkt dabei ist nicht nur die Fusion aus Rock, Blues und lateinamerikanischen Einflüssen, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der diese Elemente ineinandergreifen...  Schon die Eröffnung mit „Waiting“ macht deutlich, wohin die Reise geht: ein pulsierender Groove, getragen von einer Rhythmussektion, die weit über klassische Rockstrukturen hinausgeht. Die Doppel-Percussion mit Congas und Timbales ist kein Effekt, sondern strukturelles Fundament. Darüber legt sich Carlos Santanas Gitarrenton – singend, sustainreich, fast vokal gedacht. Technisch ist das kein Virtuosen-Feuerwerk, sondern ein bewusst reduzierter, emotional fokussierte...

Verve Vault Series: Archie Shepp - Four For Trane (Impulse! / Verve // 12. Dezember 2025)

Wenn man über die frühen 1960er spricht, führt an Archie Shepp kein Weg vorbei. Als eine der markantesten Stimmen des avantgardistischen Jazz positionierte er sich bewusst im Spannungsfeld zwischen Tradition und radikaler Erneuerung – und genau dort liegt auch die Bedeutung von Four For Trane . Das Album ist weniger Hommage als vielmehr ein entschlossener Eingriff in das Werk von John Coltrane - respektvoll, aber unmissverständlich eigenständig... Shepp nimmt vier Coltrane-Kompositionen und formt sie zu dichten, rauen Klangkörpern um. Die Stücke wirken aufgebrochen, fast fragmentiert, ohne je ihre innere Logik zu verlieren. Der Sound ist kantig, von eruptiven Bläsersätzen geprägt, die sich immer wieder gegen konventionelle Harmonieführung stemmen. Gleichzeitig bleibt eine klare strukturelle Basis erhalten – ein Balanceakt, der das Album bis heute spannend macht. Besonders auffällig ist die Energie des Ensembles: Hier wird nicht interpretiert, sondern neu gedacht... Die Besetzung auf Ar...

Q-Sounds Recording – JAZZ BRUT 0002 (Q-Sounds Recording, VÖ: April 2026)

Mit „JAZZ BRUT 0002“ setzt das fantastische französische Soul-Label 'Q-Sounds Recording' und sein dahinterstehendes Musiker-Kombinat seine lose definierte, aber umso klarer gedachte Reihe fort – und schärft dabei das eigene Profil hörbar. Was hier passiert, ist kein verkopftes Jazz-Statement, sondern ein bewusst roh gehaltener Zugriff auf Klang, Interaktion und Atmosphäre. Eigentlich genau so wie Jazz sein sollte. Nicht kammermusikalisch gezähmt, sondern roh und lebendig im urbanen Raum verankert. Kein elitäres akademisches Formdenken, sondern unmittelbarer Ausdruck mit urbanem Fundament...  Der „Brut“-Gedanke bleibt leitend. Nichts poliert, nichts auf Sicherheit gespielt, stattdessen eine Musik, die aus dem Moment heraus entsteht und genau daraus ihre Stärke bezieht. Die Stücke entfalten sich weniger als abgeschlossene Kompositionen denn als offene Räume. Zwischen spirituellen Anklängen, repetitiven Motiven und freien Passagen entsteht ein Spannungsfeld, das sich k...

Schwer beladen, aber auf Kurs – Frachter liefern ab: Frachter – Es wird gleich besser (Gunner Records | VÖ: 01.05.2026)

Frachter melden sich mit ihrem zweiten Album zurück – und setzen dort an, wo ihr Debüt „Bad Sterben“ (2023) endete, nur konsequenter, wütender und zugleich reflektierter. Das Trio aus Aaron, Dome und Philipp hat sich in den vergangenen Jahren hörbar entwickelt zu einem verdichteten, stilistisch klareren Postpunk-Ansatz, der seine Einflüsse kennt, aber nicht ausstellt... „Es Wird Gleich Besser“ ist ein solides Album geworden – thematisch wie musikalisch. Klimakrise, gesellschaftliche Verwerfungen und ein spürbarer Rechtsruck bilden den Resonanzraum, in dem sich die Songs bewegen. Dabei kippt das Material nie in bloße Parolen, sondern arbeitet sich an einem Spannungsfeld aus Resignation und Restoptimismus ab. Diese Ambivalenz zieht sich durch das gesamte Werk und verleiht ihm eine notwendige Dringlichkeit... Soundästhetisch bleibt die Band sperrig, erweitert aber ihr Spektrum. Zwischen schneidenden Gitarrenflächen, druckvollem Bassfundament und einem treibenden, stellenweise ...

Skinhead-Kultur neu gelesen: Herkunft, Haltung, Missverständnisse - SHARP, 161.sharp und die Rückeroberung einer missverstandenen Subkultur...

Wer heute den Begriff „Skinhead“ hört, denkt (immer noch allzu oft) reflexartig an Neonazis, Gewalt und dumpfe Parolen. Dieses Bild ist seit den 80er Jahren tief verankert – medial und gesellschaftlich. Und doch ist es, nüchtern betrachtet, nur ein geringer Teil der Wahrheit. Ein äusserst verzerrter sogar...  Denn die ursprüngliche Skinhead-Kultur hatte mit Rassismus überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil. Zu Beginn stellte sich die Szene in England (wo auch sonst?) völlig anders dar, als es sich heute noch in den Köpfen vieler Menschen darstellt. Leider auch in den (Hohl-) Köpfen eben jener Truppen, die selbst meinen Skinheads zu sein, und glauben, dazu müsse man auch ein Nazi sein. Von wegen...  Ursprung: Arbeiterklasse, Ska und kulturelle Vermischung Ende der 1960er Jahre entsteht in Großbritannien eine Jugendkultur, die stark von der Arbeiterklasse geprägt ist. Weiße britische Jugendliche treffen auf die Einflüsse jamaikanischer Einwander...

Reakwon - The Emperor's New Clothes [2025 – USA, Canada & Europe - Vinyl, Deluxe Edition, Stereo Red, Yellow, & Black Mix (Ocean Cranfire), MSAP180VAR]

Raekwon bleibt auch Jahrzehnte nach seinem prägenden Beitrag zu Wu-Tang Clan eine der stilprägenden Stimmen des East Coast Hip-Hop – ein Erzähler, der Straßenpoesie mit cineastischer Detailtiefe verbindet. The Emperor’s New Clothes fügt sich dabei weniger als radikale Neuerfindung, sondern vielmehr als selbstbewusste Fortschreibung seiner etablierten Ästhetik in seine Diskografie ein...  Das Album wirkt wie ein bewusst entschlacktes Statement. Die Produktionen sind dicht, aber nie überladen – warme, samplegetriebene Loops treffen auf reduzierte Drum-Arrangements, die Raum für Raekwons markante Delivery lassen. Inhaltlich bewegt er sich weiterhin souverän zwischen reflektierter Rückschau und klassischem Street-Narrativ, allerdings mit einer spürbaren Gelassenheit, die weniger auf Konfrontation als auf Autorität setzt. Im Vergleich zu früheren Arbeiten fehlt bewusst die rohe Dringlichkeit etwa eines Only Built 4 Cuban Linx…, dafür gewinnt das Album an Reife und Kohärenz. ...

Younge(r) than ever: Adrian Younge - Younge [VÖ: 17.04.2026 - Linear Labs]

Mit "Younge" haut Adrian Younge ein Album raus, das sich konsequent seiner eigenen Form von musikalischen Denken verpflichtet – und gerade darin eine bemerkenswerte Stringenz entwickelt. Wer Younge kennt, weiß, dass hier keine glatten, digitalen Jazz- oder Funkproduktionen zu erwarten sind. Stattdessen entfaltet sich ein dichtes, analog gedachtes und orchestrales Klangbild, das tief in den Traditionen von eklektischem Jazz, Psychedelic Soul und cineastischem Funk verwurzelt ist und durch die Klammern der mittlerweile über 50-jahrigen Remix-Kultur und Methodik des Hip-Hop verknüpft wurde. Die Arrangements wirken dabei aber bis ins Detail perfekt koordiniert und komponiert... Was Younge besonders auszeichnet, ist die Art und Weise, wie Komposition und Produktion ineinandergreifen. Streicherflächen, Orgeln, trockene Drumgrooves und warme Basslinien verschmelzen zu einem Sound, der weniger auf einzelne Songs als auf ein übergeordnetes Stimmungsbild abzielt. Younge arb...

Zwischen Rille und Realität: Defekte Nadel, perfekter Service – Ein Erfahrungsbericht mit Mr. Stylus

Es gibt diese Momente im Vinyl-Alltag, die jeder kennt: Man merkt, dass die Nadel langsam nachlässt, die Höhen verlieren an Kontur, die Dynamik wirkt gebremst – Zeit für Ersatz. Genau so ein Punkt war bei meinem Pro-Ject Debut Esprit Anfang des Jahres erreicht. Der ursprüngliche Nadeleinschub meines Vinyl Master Red hatte hörbar abgebaut, also musste ein neuer her. Die Wahl fiel – wie schon mehrfach zuvor – auf den Augsburger Online-Shop Mr. Stylus...  Da die klassische VM-Red-Nadel inzwischen nicht mehr verfügbar ist, wurde mir die baugleiche Ortofon MK520 geliefert. Technisch entspricht sie dem Niveau eines 2M Blue – also elliptischer Schliff, solide Auflösung und ein klarer Schritt über die Einstiegsklasse hinaus. Erwartungsgemäß also ein Upgrade gegenüber dem ursprünglich montierten Vinyl Master White (vergleichbar mit 2M Red / MK510)...  Der Einbau selbst ist beim Ortofon-System unkompliziert – Einschub wechseln, Auflagekraft prüfen, fertig. Doch was dann folg...

Tiwayo - Outsider [VÖ: 10.04.2026 |Record Kicks | Vinyl/CD/Digital]

Mit "Outsider" erscheint ein frisches neues Album von Tiwayo, einem französischen Songwriter, der musikalisch im Spannungsfeld von Soul, Gospel, Jazz und Folk zuhause ist und mittlerweile durchaus auf einige Erfahrung und Veröffentlichungen verweisen kann. An mir persönlich ist das leider völlig vorbeigegangen. Umso überraschender nun, als ich mir das neue Album zum ersten Mal angehört habe, das hier alles andere als ein Newcomer am Werk ist. Schon nach wenigen Takten wird klar, dass hier kein Retro-Revival im engeren Sinne stattfindet, sondern eine sehr persönliche Auslegung von Soul, Blues und Gospel. Verantwortlich für den klanglichen Rahmen ist Adrian Quesada, bekannt durch seine Band Black Pumas, dessen Handschrift sich subtil, aber prägend durch das gesamte Album zieht...  Die Produktion setzt auf warme Analogästhetik, zurückgenommene Arrangements und ein feines Gespür für Dynamik. Statt opulenter Bläsersektionen oder überladener Orchestrierung dominieren hi...