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Es werden Posts vom März, 2026 angezeigt.

This Is DJ’s Choice, Vol. 6 - Oonops & 2b Fuzzy [Unique Records, VÖ: 20.03.2026]

Wenn man sich lange genug mit kuratierten Compilations beschäftigt, weiß man - die wirklich guten erkennt man nicht daran, dass sie möglichst viele große Namen versammeln, sondern daran, dass sie wie ein gut gespieltes DJ-Set funktionieren. Genau hier setzt „This Is DJ’s Choice, Vol. 6“, zusammengestellt von 2b Fuzzy und Oonops, an – und trifft erstaunlich präzise ins Schwarze...    Die Reihe selbst ist kein unbeschriebenes Blatt, aber mit dieser Ausgabe wird wieder mal klar, worum es ursprünglich geht – Tanzbarkeit ohne Beliebigkeit. Zwei Persönlichkeiten und äusserst kompetente Musik-Coinasseure. Zwei Handschriften, ein gemeinsamer Nenner...  Oonops übernimmt die A-Seite der Vinyl-Scheibe und eröffnet mit einer spürbaren Affinität zu warmen, organischen Grooves, die sich irgendwo zwischen Soul, Jazz-Funk und globalen Einflüssen verorten lassen. Tracks wie „Planet E.“ von Linski oder „Shoulders Of Love“ von Pat Van Dyke & Zac Colwell haben diese seltene Q...

Yamirah's Solar Explorers - Andromeda Galaxy (2026, Fat Banshee Records – 097469)

Mit Andromeda Galaxy schicken Yamirah’s Solar Explorers ihre Hörer auf eine weitere Reise durch jene kosmischen Klangräume, in denen Spiritual Jazz, psychedelische Improvisation und afro-futuristische Klangästhetik aufeinandertreffen. Die 2026 auf Fat Banshee Records erschienene LP wirkt wie ein bewusst analog gedachtes Album – eine Platte, die ihre Wirkung vor allem dann entfaltet, wenn man sie als geschlossenes Werk von Anfang bis Ende hört...  Das Projekt bewegt sich klar im Spannungsfeld jener Tradition, die seit den späten 1960er-Jahren von Sun-Ra-inspirierten Klangexperimenten bis zu modernerem Cosmic Jazz reicht. Auch wenn hier eher die Gitarre im Vordergrund steht. Yamirah’s Solar Explorers greifen diese ästhetische Linie auf, ohne zu kopieren. Die Band verbindet offene Improvisationsräume mit repetitiven, fast tranceartigen Grooves, über denen sich Bläser, elektrische Tasteninstrumente und perkussive Strukturen schichtweise entfalten. Gerade auf Vinyl funkt...

Ausgestorben – Planetenübergabe (VÖ: 27.02.2026, Major Label / Misitunes – ML219 / MISI043)

Mit Planetenübergabe veröffentlichen Ausgestorben 2026 ein Album, das sich nahtlos in die lange Tradition eigenständiger deutschsprachiger Punk- und Postpunk-Produktionen einfügt. Dass die Platte auf dem großartigen Major Label erscheint – einer Institution der deutschen Underground-Szene und  seit Ende der 1990er-Jahre existent, ist natürlich kein Zufall. Das Label auf denen passenderweise auch EA80, Die Art oder Fliehende Stürme veröffentlichten, ist hierfür passend, wie die berühmte Faust aufs Auge.  Musikalisch bewegt sich das Album nämlich genau in jener Grauzone zwischen klassischem Punk, düsterem Wave-Flair und politischer Gegenwartsbeobachtung, für die das Label seit Jahrzehnten steht...  Die prägende Figur hinter diesem Projekt ist der Hamburger Musiker und Texter Jens Rachut, eine der markantesten Persönlichkeiten der deutschen Punk-Szene. Seit den 1980er-Jahren hat Rachut mit Bands wie Angeschissen, Dackelblut, Oma Hans oder Maulgruppe den deutsc...

First Encounter – BAM Meets Craig Handy (2025, Rhythm 'n' Flow Records – RNF 8003)

Mit "First Encounter" dokumentiert das Projekt BAM Meets Craig Handy ein transatlantisches Aufeinandertreffen, das weniger als bloßes Gastspiel funktioniert, sondern als ernsthafte künstlerische Dialogform. Die 2025 in Deutschland erschienene CD auf Rhythm ’n’ Flow Records positioniert sich klar im modernen Post-Bop-Spektrum, ohne in stilistische Routine zu verfallen...  Craig Handy, seit den späten Achtzigern eine durchaus prägende Stimme am Altsaxofon – unter anderem durch Arbeiten mit Art Blakey, Herbie Hancock bekannt – steht für eine expressive, zugleich strukturbewusste Spielweise. Sein Ton ist fokussiert, kernig, mit jener Mischung aus Bluesfundament und urbaner Elastizität, die seine Linien sofort identifizierbar macht. Im Zusammenspiel mit BAM entsteht jedoch kein klassisches „Frontmann mit Rhythmusgruppe“-Gefüge, sondern ein gleichberechtigtes Geflecht aus Impuls und Reaktion...  BAM agiert mit hörbarer kollektiver Disziplin. Das rhythmische Fundament bl...

Vadim Neselovskyi – Perseverantia (2026, Tzadik – TZ 4060)

Mit Perseverantia legt Vadim Neselovskyi 2026 ein Album vor, das sich kompromisslos zwischen zeitgenössischem Jazz, klassischer Formstrenge und improvisatorischer Offenheit bewegt. Veröffentlicht wurde es in den USA auf Tzadik (TZ 4060), produziert von John Zorn – eine Konstellation, die Erwartungen weckt und sie zugleich unterläuft...  Neselovskyi, in der Ukraine geboren und international vor allem durch seine Arbeit mit Gary Burton bekannt geworden, hat sich in den letzten Jahren als eigenständiger Komponist und Pianist profiliert, der narrative Konzepte mit pianistischem Tiefgang verbindet. Seine Musik ist strukturell durchdacht, oft kammermusikalisch präzise, ohne die emotionale Direktheit zu verlieren. Perseverantia knüpft an diese Linie an, wirkt jedoch konzentrierter, beinahe asketisch im Zugriff: Themen werden nicht ausgestellt, sondern entwickelt; Motive erscheinen, brechen auf, werden transformiert...  Dass das Album auf Tzadik erscheint, ist mehr al...