Direkt zum Hauptbereich

Spirituelle Klangreisen – Naïssam Jalal: Landscapes Of Eternity (24.04.2026, Les Couleurs Du Son)

Naïssam Jalal zählt seit Jahren zu den eigenständigsten Künstlerinnen der europäischen Jazzszene. Die französisch-syrische Flötistin und Komponistin bewegt sich seit ihren ersten Veröffentlichungen zwischen Jazz, arabischer Musik, Spiritualität und freier Improvisation. Statt Genregrenzen zu akzeptieren, nutzt sie diese seit jeher als Ausgangspunkt für neue Klangwelten... 

Mit Landscapes Of Eternity richtet Jalal ihren Blick nach Indien. Inspiriert von Reisen, Begegnungen und der Hindustani-Musiktradition entstand ein Album, das weniger als Sammlung einzelner Stücke funktioniert, sondern vielmehr als zusammenhängender Klangraum. Die Flöte wird dabei zum Leitfaden einer musikalischen Reise, die von Meditation, Kontemplation und innerer Bewegung geprägt ist.
Die Musik entwickelt ihre Wirkung langsam. Jazzharmonien, indische Einflüsse und improvisatorische Freiheiten verschmelzen zu einem atmosphärisch dichten Gesamtbild. Das Album fordert Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt diese aber mit einer beeindruckenden Detailtiefe und einer bemerkenswerten klanglichen Feinheit... 

Persönlich bleibt Landscapes Of Eternity für mich eher ein Album zum bewussten Hören als eine Platte, die regelmäßig den Weg auf den Plattenteller findet. Die kompositorische Qualität und die künstlerische Konsequenz sind unbestritten, emotional bleibt das Werk jedoch stellenweise etwas auf Distanz. Gerade darin könnte für viele Hörer aber auch ein Teil seines besonderen Reizes liegen... 

Link:
Tracklist (LP)
Tears In Delhi's Fog
In The Rice Fields At Dawn
Bath Of Forgiveness In The Moonlight
Inner Landscape In Raag Kafi

Aktuelle Top-Inhalte:

Die Schönheit des Unbequemen: mACHT – 1 (Crocodile Tears Records, 23.06.2023)

Gefährlich, dilettantisch, großartig. Und mehr als Deutschpunk: „Angriff aufs Schlaraffenland - Ein Deutschpunk Mixtape“ gräbt tief in den wilden Widersprüchen der Subkultur - (2026 | Tapete Records [Doppelalbum, VÖ: 22.05.2026] / Ventil Verlag [Buch, Jonas Engelmann (Hg.) VÖ: 22.05.2026])

Zwischen Stillstand und leiser Bewegung - Provinz als Zustand: Maik Brüggemeyer – Wie jeder weiß, ist das hier das Nirgendwo (Ventil Verlag, 2025)

Zwischen Asphaltpoesie und Boombap-Untergrund - Harry Breast und die Rückkehr des echten Undergrounds

Retro-Soul und tropische Nachtstimmung: Thee Marloes – Di Hotel Malibu (Big Crown Records, 2026)