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Zwischen Jazztrio und Kammerchor – Paul Lay: Waves Of Light (20.03.2026, Dragon Fly)

Paul Lay gehört zu jener Generation europäischer Jazzmusiker, die sich längst von stilistischen Schubladen emanzipiert hat. Der französische Pianist verbindet seit Jahren Jazz, klassische Musik und Improvisation zu einer persönlichen Klangsprache. Seine Diskographie zeigt einen Musiker, der Tradition respektiert, ohne sich von ihr einschränken zu lassen... 

Mit Waves Of Light verfolgt Lay diesen Ansatz konsequent weiter. Gemeinsam mit seinem Trio und dem renommierten Kammerchor Les Éléments erschafft er ein Werk, das Jazz, Chormusik und klassische Kompositionskunst miteinander verbindet... 

Dabei entsteht kein Crossover im populären Sinn, sondern ein sorgfältig ausgearbeitetes Ensemblealbum mit eigener Identität. Der besondere Reiz liegt im Zusammenspiel von Klaviertrio und Chor. Die Stimmen erweitern das harmonische Spektrum und verleihen der Musik eine zusätzliche räumliche Dimension. Die Arrangements wirken durchdacht und transparent, während die Produktion eine beeindruckende Klarheit bewahrt... 

Gerade als Vinylalbum gewinnt Waves Of Light durch seine kompaktere Dramaturgie. Die Musik wirkt fokussierter und geschlossener als in den umfangreicheren Digital- und CD-Versionen. Gleichzeitig bleibt bei mir ein kleiner Vorbehalt: Die kompositorische Raffinesse ist jederzeit hörbar, die emotionale Unmittelbarkeit stellt sich jedoch nicht in jeder Passage gleichermaßen ein... 

Dennoch bleibt ein hochwertiges Album, das Freunde von modernem europäischem Jazz, Chormusik und klassisch beeinflussten Klangwelten durchaus entdecken sollten. Anspruchsvoll, elegant und handwerklich beeindruckend – auch wenn es mich nicht vollständig in seinen Bann zieht...


Link:

Tracklist (LP)
A1. Our Share Of Night
A2. Flashing
A3. Waves Of Light
A4. Ode To Enchanted Light
B1. Printemps
B2. Ombres Et Lumières Part 2
B3. Douce Incandescence
B4. She Is The Mistress Of The Night

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