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Posts mit dem Label "Impulse!" werden angezeigt.

John Coltrane – The Tiberi Tapes: Muss wirklich jedes Band veröffentlicht werden?

John Coltrane gehört zu den Musikern, bei denen noch der beiläufigste erhaltene Tonmitschnitt musikhistorisches Interesse wecken kann. Vermutlich könnte man ihm beim Einspielen einer Tonleiter zuhören und würde irgendwo darin bereits den nächsten Entwicklungsschritt suchen. Genau das macht Veröffentlichungen wie The Tiberi Tapes gleichermaßen faszinierend und problematisch...  Die zwischen 1960 und 1964 entstandenen Mitschnitte von Frank Tiberi sind ohne Zweifel historische Dokumente. Sie führen mitten hinein in eine entscheidende Phase Coltranes: von der Zeit um Giant Steps über das klassische Quartett bis unmittelbar an die Schwelle zu A Love Supreme. Man hört einen Musiker, der sucht, verändert, ausprobiert und seine musikalische Sprache immer weiter öffnet.  Das ist spannend. Aber ist es deshalb ein Album? Genau hier beginnt mein Problem mit The Tiberi Tapes. Diese Aufnahmen entstanden nicht als geplante Veröffentlichung. Es sind private beziehungsweise in Club...

Verve Vault Series: Archie Shepp - Four For Trane (Impulse! / Verve // 12. Dezember 2025)

Wenn man über die frühen 1960er spricht, führt an Archie Shepp kein Weg vorbei. Als eine der markantesten Stimmen des avantgardistischen Jazz positionierte er sich bewusst im Spannungsfeld zwischen Tradition und radikaler Erneuerung – und genau dort liegt auch die Bedeutung von Four For Trane . Das Album ist weniger Hommage als vielmehr ein entschlossener Eingriff in das Werk von John Coltrane - respektvoll, aber unmissverständlich eigenständig... Shepp nimmt vier Coltrane-Kompositionen und formt sie zu dichten, rauen Klangkörpern um. Die Stücke wirken aufgebrochen, fast fragmentiert, ohne je ihre innere Logik zu verlieren. Der Sound ist kantig, von eruptiven Bläsersätzen geprägt, die sich immer wieder gegen konventionelle Harmonieführung stemmen. Gleichzeitig bleibt eine klare strukturelle Basis erhalten – ein Balanceakt, der das Album bis heute spannend macht. Besonders auffällig ist die Energie des Ensembles: Hier wird nicht interpretiert, sondern neu gedacht... Die Besetzung auf Ar...