Wer Lettuce seit den frühen Tagen zwischen Rage! und der jazzig ausgefransten Live-Energie der letzten Jahre verfolgt, weiß: Diese Band denkt Funk nicht als Retro-Schablone, sondern als bewegliche Architektur. Das Sextett aus dem US-„Organic Grooves“-Kosmos hat sich über zwei Jahrzehnte vom Jam-Institutionalismus zur hochpräzisen Groove-Maschine entwickelt – ohne den Schweißfilm zu verlieren. Cook wirkt dabei wie ein bewusst gesetzter Album-Entwurf: kompakter, songorientierter, aber mit genügend Luft für Improvisations-Aromen...
Auf Vinyl (als 2LP in mehreren Varianten erhältlich) funktioniert Cook besonders gut, weil die Dramaturgie in vier Akte zerfällt: kurze, skizzenhafte „Sesshins“-Miniaturen wirken wie Schnittbilder zwischen den Hauptgerichten. Das gibt dem Album Flow, ohne in Beliebigkeit zu kippen. Klanglich ist das eine moderne Lettuce-Produktion: tief gestaffelter Bass, pointierte Drums, eine Bläsersektion, die nicht nur Akzente setzt, sondern Hooks schreibt. Dazu Nigel Halls Stimme und Keys als „human glue“ – warm, erdig, nie zu dominant...
Was mich beim Hören immer wieder packt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Cook unterschiedliche Funk-Dialekte zusammenführt: Tightness à la 70s, Hip-Hop-nahe Break-Kultur und soulige Harmonik – alles in einem souveränen Band-Sound. Kein Titel muss einzeln herausgepickt werden, weil das Album als Ganzes wie ein Menü gedacht ist: abwechslungsreich, aber stringent, mit wiederkehrenden Gewürzen und klarer Handschrift. Mastering und Mix liefern Punch, ohne das Vinyl in überkomprimierte Schärfe zu treiben; die Platte klingt satt und „roomy“, besonders wenn man sie laut fährt...
Tracklist (Vinyl / 2LP):
- Grewt Up
- Clav it Your Way
- Sesshins 1
- 7 Tribes
- Rising to the Top
- Sesshins 2
- Gold Tooth
- Breathe
- The Matador
- Sesshins 3
- Cook
- Storm Coming
- Keep On
- Sesshins 4
- The Mac
- Ghosts of Yest