Mit dem Auftritt von Endstelle bekam die „New Years Rock Night“ 2026 schließlich ihr verdientes zweites Kapitel – und was für eines. Für die lokale Postpunkband aus Werne war es der erste gemeinsame Auftritt in diesem Line-Up, doch davon war auf der Bühne nichts zu spüren. Keine Spur von Nervosität, kein vorsichtiges Abtasten – stattdessen ein selbstbewusster Einstieg, der sofort klarmachte, dass hier eine Band steht, die genau weiß, was sie tut. Kalte, treibende Bassläufe trafen auf kantige Gitarren, darüber ein prägnanter, eindringlicher Gesang, der die düstere Grundstimmung der Songs perfekt transportierte...
Endstelle überzeugten mit einer routinierten und gleichzeitig lebhaften Spielweise, die dem Genre die notwendige Rohheit ließ, ohne an Präzision einzubüßen. Die Songs wirkten kompakt, auf den Punkt und voller innerer Spannung. Immer wieder baute die Band dichte Atmosphären auf, nur um sie im nächsten Moment mit energischen Ausbrüchen aufzubrechen. Besonders auffällig war dabei das geschlossene Zusammenspiel: Jeder Akzent saß, Übergänge wirkten organisch, und trotz aller Dynamik blieb der Sound klar und kontrolliert...
Dass diese Souveränität keine Selbstverständlichkeit ist, wird umso deutlicher, wenn man einen Blick auf die noch junge Geschichte der Band wirft. Endstelle bewegen sich stilistisch im Spannungsfeld zwischen Postpunk und Wave, klar inspiriert von der britischen Szene der 80er-Jahre, aber ebenso geprägt von der experimentellen Haltung der deutschen NDW-Pioniere. Heraus kommt ein Sound, der vertraut wirkt, sich jedoch konsequent im Hier und Jetzt verortet. Mal von markantem Bass getragen, mal von melodischen Gitarrenlinien geführt, kreisen die Songs um gesellschaftliche Beobachtungen, Isolation, Vergänglichkeit und die Suche nach Zugehörigkeit – mal persönlich, mal beinahe philosophisch...
Gegründet wurde Endstelle im Frühjahr 2024, als sich Drummer Hagen Beinert und Sänger Jari Weber auf einer Party kennenlernten und wenig später gemeinsam mit Bassist Felix Jeismann erste Songs entwickelten. Die ersten Schritte der Band fanden im kleinen Rahmen statt, der erste Auftritt folgte im Mai 2025 in Langern. Mit dem Einstieg von Leadgitarrist Thore Engelen im September 2025 gewann der Sound spürbar an Tiefe und Kontur – ein Entwicklungsschritt, der sich beim Konzert im flözK deutlich bemerkbar machte...
Endstelle sind eine junge Band, aber eine mit klarer Haltung, eigenem Klangbild und sichtbarem Hunger nach mehr. Ihr Auftritt bei der „New Years Rock Night“ war nicht nur ein gelungener Einstand in neuer Besetzung, sondern ein starkes Signal: Diese Band steht am Anfang – und es spricht vieles dafür, dass man von ihr noch einiges hören wird...
Endstelle – Line-Up
Hagen Beinert – Drums
Felix Jeismann – Bass
Jari Weber – Gesang / Rhythmusgitarre
Thore Engelen – Leadgitarre
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[text||all pics: Michael Kleine, ©33rpmPVC.de & flözK]