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Q-Sounds Recording – JAZZ BRUT 0002 (Q-Sounds Recording, VÖ: April 2026)


Mit „JAZZ BRUT 0002“ setzt das fantastische französische Soul-Label 'Q-Sounds Recording' und sein dahinterstehendes Musiker-Kombinat seine lose definierte, aber umso klarer gedachte Reihe fort – und schärft dabei das eigene Profil hörbar. Was hier passiert, ist kein verkopftes Jazz-Statement, sondern ein bewusst roh gehaltener Zugriff auf Klang, Interaktion und Atmosphäre. Eigentlich genau so wie Jazz sein sollte. Nicht kammermusikalisch gezähmt, sondern roh und lebendig im urbanen Raum verankert. Kein elitäres akademisches Formdenken, sondern unmittelbarer Ausdruck mit urbanem Fundament... 

Der „Brut“-Gedanke bleibt leitend. Nichts poliert, nichts auf Sicherheit gespielt, stattdessen eine Musik, die aus dem Moment heraus entsteht und genau daraus ihre Stärke bezieht.
Die Stücke entfalten sich weniger als abgeschlossene Kompositionen denn als offene Räume. Zwischen spirituellen Anklängen, repetitiven Motiven und freien Passagen entsteht ein Spannungsfeld, das sich kontinuierlich verdichtet, ohne jemals in Beliebigkeit abzurutschen. Gerade diese Balance ist bemerkenswert. Trotz aller Freiheit behalten die Tracks eine klare innere Logik, getragen von einem sensiblen Zusammenspiel der Beteiligten, die sich selbst zwar als "Not-Jazzmen" verorten, aber absolute Könner der engen musikalischen Verwandschaft Soul & Funk sind. Und das der Weg zum erstklassigen Jazz bei solch ambitionierten Musikern nicht weit ist, beweisen hier alle Beteiligten eindrücklich... 

Auffällig ist auch die klangliche Tiefe. Die Produktion bleibt bewusst zurückhaltend, fast dokumentarisch, wodurch sich jede Nuance im Zusammenspiel der Instrumente nachvollziehen lässt. Dynamik wird hier nicht über Lautstärke erzeugt, sondern über Verdichtung und Reduktion. Das verleiht dem Album eine permanente Bewegung. Im Kontext aktueller Jazzveröffentlichungen positioniert sich 'JAZZ BRUT 0002` damit angenehm eigenständig. Es geht nicht um Virtuosität im klassischen Sinne, sondern um Haltung: um das Zulassen von Unschärfe, um Reibung, um Ausdruck jenseits klarer Kategorien. Genau das macht den Reiz dieser Veröffentlichung aus... 

In der Vinylausgabe entfaltet sich die volle Wirkung in der räumlichen Tiefe, der organischen Dynamik und einer greifbaren Direktheit.
Ein nachhaltiges Statement aus einer Reihe, die sich zunehmend als ernstzunehmende Stimme im experimentellen Jazzkontext etablieren dürfte... 


Tracklist:
Love Is The Way – 04:47
Echoes Of A Spiritual Place – 04:12
There Is No Hell Below, We Already Live In Hell – 07:10
Labyrinth – 06:33
Ancestors – 05:25
Show Me The Cage – 05:02


Next: Q-Sounds Recording live on Tour with The Principles Of Joy 




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