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Die neuste deutsche Welle? Messer Brüder - Herzmaschine // Album // Reptile Music // VÖ: 18.12.2020

 

CD in den Player und los! Und als dann der Gesang losging, dachte ich mir so "Bei Fraktus singt jetzt ´ne Frau?"... Und nachdem auch der weitere Verlauf der Scheibe den Eindruck nur bestätigte, konnte es eigentlich nur ein Verriss werden oder vielleicht einfach besser gar nichts schreiben. Irgendwie wirkte das für mich zwar wie eine Mischung aus Kraftwerk und NDW, nur nicht in der richtigen Zusammensetzung und mit einer falschen Gewichtung. Aber manchmal ist es gut, wenn man sein Urteil nicht vorschnell abgibt und so habe ich mir die CD heute - 2 Tage später - nochmal neu angehört, was mich zu einer gravierenden Revision des sich zunächst anbahnenden Urteils und fast schon einer Abbitteleistung zwingt. Das Darmstädter Trio Messer Brüder -  bestehend aus Julia Rothfuchs, Thomas Buchenauer und Florian Malicke - spielt in dieser Formation seit 2015 zusammen. 2017 erschien bereits das Album "Fahr Zur Hölle" und am 18.12.2020 kam nun "Herzmaschine" auf Reptile Music auf den Markt. Und natürlich ist Kraftwerk ein wesentlicher Teil der DNA von "Herzmaschine". Das ist für sich genommen ja nun auch erstmal ein gewisses Qualitätsmerkmal. Der Gesang und vor allem die Texte sind auch weiterhin gewöhnungsbedürftig. Allerdings gewöhnt man sich tatsächlich recht schnell daran und die doch recht melodische Vermengung von Elektro-Pop und Wave entfaltet seine Wirkung. An einigen Stellen, wie zum Beispiel beim Song "Energie" klingen die Songs beinahe so brachial wie bei den frühen Invisible Limits, um dann über einen der fast schon verträumt-transzendenten, manchmal auch sehr experimentellen Übergangsstücke wieder zum nächsten, sich dann doch in aller Schönheit offenbarenden New Wave-Song zu gelangen. 




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