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Minigroove, Hamburg St. Pauli - große (Sub-) Kultur auf kleinem Raum

 

 Wie oft habe ich mich schon dabei erwischt? Man denkt, man kennt schon alles... und dann? Wird man wieder eines besseren belehrt. Als regelmäßiger Hamburg-Besucher habe ich auch schon manche Mark und manchen Euro in den diversen Vinyl-Warenhäusern der Hansestadt gelassen. Und natürlich war mir klar, das ich noch längst nicht in allen Läden war. Allerdings war ich mir aber sicher, alle wichtigen (sic!) zu kennen. Das dem mitnichten so ist, durfte ich vor etwas mehr als einer Woche im werten St. Pauli erleben. Knapp hinter (oder vor) der "geilen Meile" Reeperbahn versteckte sich vor meinen Augen jahrelang eine wahre Kompetenzanstalt meines präferierten Mediums für gute Musik. Dabei ging es vermutlich auch nur mir so, denn der hier angesprochene Laden ist in Hamburg und in Plattensammlerkreisen sicherlich vieles, nur nicht unbekannt. Und das erst recht nicht, nachdem seit einiger Zeit ein gewisser Cpt. Minigroove seinen werbeträchtigen Schabernack mit kleinen Videofilmchen, sogenannten Reels (kurz zur Erklärung für Angehörige meiner Altersgruppe) und einer jeweils gewissen Auswahl seines Interieurs im Social Media-Netzwerk Instagram verbreitet. Und zwar so gekonnt, das er die interessierte Gattung der Vinyl-Addicts unweigerlich in seinen Bann zieht. Man denkt vielleicht im ersten Moment noch an einen kurzfristigen Gag. Jedoch wird einem schnell klar, mit welcher hohen Kompetenz und Dieter-Thomas-Heck-Geschwindigkeit hier über Musikgeschichte in Form von Schallplatten referiert wird. Also Spiel, Spaß und Spannung. Nur ohne Überraschungsei...


Bei meinem Besuch vor Ort im Minigroove, durfte ich die Eigentümer des urig-kleinen, aber überaus tollen Geschäfts, Stefanie und Christoph, einmal persönlich kennenlernen. Demzufolge kam es bei meinem Besuch auch relativ schnell zu angeregten Fachsimpeleien. Aber auch ansonsten zu vielen angeregten Gesprächen über alles mögliche an Themen, über welche sich Menschen nun mal so unterhalten. Es ist ja längst nicht überall so, dass man in einem Plattenladen dermaßen freundlich aufgenommen wird...



Im Laden selbst tut sich eine wahre Fundgrube feinster 2nd-Hand-Ware auf. Neben den Unmengen an Vinylscheiben verschiedenster Genre, stehen in einem kleinen Nebenraum auch noch diverse Bücher und Devotionalien zum Verkauf. Ob Punk, Garage, Psychedelic, Rock, Pop, Soul, Funk oder Jazz. Hier findet eigentlich jeder Connaisseur etwas zur Erweiterung seines musikalischen Horizonts und zur Entlüftung der freien Stellen im Plattenregal. Wer sich immer noch nicht entschließen kann, findet in den beiden Inhabern immer eine hochkompetente Beratungsinstanz, die nahezu zu allen Platten oder Büchern etwas wissenswertes oder auch anekdotisches erzählen kann. Und was auch nicht ganz unwesentlich ist, das alles zu fairen Preisen und guter Qualität.  Besser kann man es als Plattensammler kaum treffen. Also ihr lieben vinylbegeisterten potentiellen Hamburg-Besucher - das Minigroove sollte ab sofort mit oben auf der abzuarbeitenden Liste stehen. Bei mir ab sofort Pflichtprogramm...


Noch nebenbei bemerkt, wurde ich im Gespräch darauf aufmerksam, dass der Captain selbst auch Musiker ist. Wieder was gelernt! ;-) Ich möchte mich deshalb nochmal für das tolle Rezensionsexemplar des Doppelalbums seiner Band "Die Liebe" bedanken, welches gerade jetzt beim Schreiben auch im Hintergrund läuft. Die Musik darauf... Ach, das machen wir später in einem eigenen Artikel, denn es lohnt sich, darüber mehr als nur ein oder zwei Nebensätze zu verlieren...








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