Es gibt Künstler, die sich mit jedem Album innerhalb eines einmal gefundenen Koordinatensystems weiterentwickeln. Und es gibt jene, die sich bewusst davon lösen. Kalia Vandever gehört inzwischen eindeutig zur zweiten Kategorie. Nach den kammermusikalisch geprägten Quartettarbeiten und den ersten Soloexperimenten markiert Mana keinen stilistischen Bruch, sondern eine konsequente Erweiterung ihrer musikalischen Sprache. Das Debüt für International Anthem führt verschiedene Entwicklungslinien zusammen und wirkt zugleich persönlicher als alles, was bislang unter ihrem Namen erschienen ist... Wer hier ein weiteres zeitgenössisches Jazzalbum erwartet, dürfte bereits nach wenigen Minuten feststellen, dass diese Einordnung nur bedingt trägt. Mana lebt von entschleunigten Klangräumen, in denen Posaune, Stimme, Elektronik und sparsam gesetzte Klavierfiguren miteinander verschmelzen. Vandever nutzt ihr Instrument längst nicht mehr ausschließlich als Melodieträger, sondern formt daraus...