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Zwischen Jangle, Bangern und enthaupteten Hühnern - das schwa – …so beautiful! [Bureau Platiruma, 2026]


Die Songs von Herr Wade waren ja ohnehin schon immer eine Klasse für sich. Sebastian Voss und Jørn O. Åleskjær haben über die Jahre ein ziemlich beeindruckendes Händchen für Melodien bewiesen. Nun hat sich mit "das schwa" eine kleine Münsteraner Supergroup acht dieser Songs vorgenommen und ordentlich verrockt. Wobei „verrockt“ hier bitte nicht mit Schweinerock verwechselt werden sollte, sondern eher verC86igst... 

Das Ganze klingt also eher nach verzerrten Gitarren, Indie-Pop-Rock Mitte der Achtziger, Jangle-Pop und einer ordentlichen Portion Spielfreude. Und das funktioniert erstaunlich gut... 

Schon „von innen aus teig“ macht klar, wohin die Reise geht. Direkt danach folgt mit „morgen, übermorgen“ für mich bereits einer der Höhepunkte der Platte. Ein unheimlich melodischer, schöner Popsong, der ziemlich schnell hängen bleibt. Überhaupt sind das hier Songs, bei denen man kaum stillsitzen kann. Dafür stehen mit Thorsten „Dörte“ Mennebröcker, Gerd Schossow, Carsten J. Schmidt und André Kleine-Wilke neben Sebastian schließlich auch einige erfahrene Musiker zusammen in einem Raum. Das hört man... 

Dazu kommen immer wieder diese wunderbar kuriosen Texte. „gnadenhof“ wäre so ein Beispiel. Wo sonst wird schon über das Abwurzeln von Hühnern gesungen? Musikalisch ist das Stück dagegen fast der kleine Hardrocker der Platte. Auch „karlheinz böhm“, mit dem die zweite Vinylseite beginnt, kommt ziemlich rockig um die Ecke. Zwei ziemliche Banger, muss man sagen... 

„haus mit aussicht“ nimmt anschließend wieder etwas Druck heraus und groovt stattdessen derart lässig vor sich hin, dass die Beine fast zwangsläufig anfangen zu zappeln... 

Und dann wäre da noch „das paket“. Für mich neben „morgen, übermorgen“ der zweite große Favorit. Im Kern ein verdammt guter Popsong, aber in einem Gitarrengewand, bei dem The Cure nicht allzu weit entfernt scheinen. Gerade dieser Gitarrensound macht das Stück unwiderstehlich... 

Nach all den Gitarren darf „und sie tanzen im himmel“ zum Schluss über sieben Minuten lang verträumt auslaufen. Ein schöner Gegenpol und genau der richtige Abschluss... 

Auch als Vinyl macht …so beautiful! Spaß: eine saubere Pressung, wertige Haptik und eine schön abgerundete Kante. So etwas gehört für mich bei einer Platte eben auch dazu... 

Am Ende ist "…so beautiful!" vor allem eine verdammt gute Melange aus großartigen Popsongs und einer Band, die ihnen noch einmal ein ganz anderes Leben einhaucht. Jangle, Indie-Rock, verzerrte Gitarren, Groove und ein paar herrlich schräge Texte. Oder einfacher gesagt: zwei Plattenseiten, auf denen erstaunlich wenig danebengeht... [mkl] 







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